Verfasst von: pumuckl1 | März 10, 2009

Woche 9 (2009)

Heute hab ich die Einstimmung gemacht. Ich stellte eine mathematische Vorstellungsübung vor von Christof Weber.
Seine Vorstellungsübungen eignen sich gut zum Einstieg in ein neues Thema. Ich schätze diese Übungen vor allem für Themen, die den Schülern sehr abstrakt vorkommen. Zwar eignet sich andererseits auch nicht jedes mathematische Thema für eine Vorstellungsübung, da einige tatsächlich zu abstrakt sind. Es bieten sich besonders geometrische Themen an. Die Übungen können auch zur Repetition eines Themas eingesetzt werde oder einfach auch themenunabhängig als Einstimmung für die Mathelektion. Christof Webers Übungen sind rein mathematischer Natur. Ich denke jedoch, mit ein bisschen Fantasie kann jeder solche Übungen für sein Fach kreieren.

Anschliessend ging es um Zielorientierung und die Definition von handlungsorientierten Lernzielen.
Ziele sollten immer antizipatorisch gestellt werden. Sie sollten richtungsgebend sein, mit einer Motivation verbunden sein und Prioritäten setzen. Ebenso sollten sie klar formuliert sein und möglichst ressourcenbezogen. Dabei hilft es, sich an folgenden Punkten zu orientieren:
- Positive Formulierung (keine Negationen, keine Vergleiche, keine Schuldzuweisungen, keine Konjunktive)
- Prozesshaft und spezifisch (Wann?, Wo?, Mit wem?)
- Wahrnehmung (VAKOG)
- Im Kontrollbereich des Klienten (Was werden SIE tun?)
- In der Sprache der Klienten (Ziele zusammenfassen)
Diese Fragen kann man einerseits sich selbst stellen und versuchen zu beantworten, andererseits kann man sie als Coach seinem Coachee stellen. Dies kann dem Coachee dabei helfen, seine Gedanken zu ordnen und die Ziele zu präzisieren.

Verfasst von: pumuckl1 | März 3, 2009

Woche 8 (2009)

Leider fiel die Einstimmung heute aufgrund des erneuten Wintereinbruchs aus und die Veranstaltung begann mit einem Film über einen Vortrag von Manfred Spitzer, einem Neurowissenschaftler, der über Ergebnisse der Hirnforschung bezüglich Problemlösekompetenz referierte.
Spitzer ist tätig am Transferzentrum für Neurowissenschaften und Lernen in Ulm, welches einige interessante Studien durchgeführt hat.
Näher befasst habe ich mich mit dem Artikel “Lernen im Erwachsenenalter”, da er ja gerade uns betrifft und lebenslanges Lernen grossgeschrieben wird. Es ist bereits bekannt, dass die Variabilität der Gedächtnisleistung im Alter zunimmt.Ältere zeigen häufig ein mehr verteiltes Aktivierungsmuster bei Bearbeitung derselben Aufgabe. Als Grund dafür wird ein Kompensationsmechanismus genannt: zusätzlich rekrutierte Hirnareale kompensieren den altersbedingten Abbau der Effizienz der eigentlich relevanten Gebiete, um Aufgabenerfolg zu gewährleisten. Dies gelingt jedoch nicht bei jedem in gleichem Maße. Die Gründe hierfür sind jedoch noch unklar und müssen noch erforscht werden.

Ebenfalls spannend fand ich den Artikel “Günstigerer Umgang mit Abi-Stress“, der sich mit “Expressivem Schreiben” zur Förderung der Emotionsregulation befasst. Diese Technik befasst sich mit dem Aufschreiben von emotional eindrücklichen Erlebnissen und führt Studien zufolge zu besseren Notendurchschnitten und weniger Fehlzeiten. Es handelt sich um eine Art Konfrontationstherapie mit negativen, emotional belastenden Gedanken (hier: das bevorstehende Abitur der Probanden). Das Aufschreiben ermöglicht den Teilnehmern neben dem Ordnen der Gedanken auch ein Umformulieren negativer Gedanken in positive Aussagen. In der Studie konnten tatsächlich Unterschiede in der neuronalen Aktivierung im Vergleich zur Kontrollgruppe, die über ein emotional nicht belastendes Thema schreiben sollte, festgestellt werden.
Interessant finde ich ebenfalls, dass diese “Therapie” auch sehr kurzfristige Wirkung zeigt, was sie für mich in der Schule sehr leicht einsetzbar macht und auch einmal als Notfallrezept dienen kann. Bevor ich sie jedoch tatsächlich einmal ausprobieren werde, möchte ich mich noch näher darüber erkundigen, ob es auch Gefahren dabei gibt und ob es überhaupt ratsam ist, dies ohne eine Fachperson einzusetzen. Ich könnte mir nämlich auch Situationen vorstellen, wo SchülerInnen durch diese intensive Auseinandersetzung mit ihren Gefühlen von diesen übermannt werden (vor allem, wenn tieferliegende Probleme vorliegen) und dann professionell aufgefangen werden müssen.

Nach dem Film gab es einen Mini-Input von Melanie zum Thema “Sozialkompetenzen“.
Sie konnte damit beim (einzigen) Bewertungskriterium “Aktivierung” punkten. Zunächst mussten wir pantomimisch Sozialkompetenzen darstellen und anschliessend uns bekannte Sozialkompetenzen notieren. Danach mussten wir in Gruppen noch verschiedene Fragestellungen bearbeiten, z.B. wie sich Sozialkompetenzen bei Personen erkennen lassen bzw. Defizite bei Sozialkompetenzen oder wie man Sozialkompetenzen trainieren kann.

Verfasst von: pumuckl1 | Februar 24, 2009

Woche 4 (2009)

Heute begann Klaus mit einer Einstimmung. Er brachte einige verschiedene Postkarten mit, von denen jeder zwei auswählen sollte, um sie jemand anderen zu “schicken”. Nachdem die Karten an die Empfänger verteilt waren, kamen sie mit der Frage “Warum hast du mir diese Karte geschickt?” mit dem Absender ins Gespräch. Dabei kann der einzelne sich darüber klar werden, wie er auf andere wirkt und von ihnen gesehen wird.
Es folgte ein Mini-Input von Klaus und mir zum Schweizerischen Berufsbildungsgesetz.
Dieses Gesetz gibt einen Rahmen auf Bundesebene vor für das, was alles geregelt werden muss. Die konkrete Umsetzung und detallierte Regelung sowie die Durchführung und die Kontrolle obliegt meist den Kantonen. Im Bundesgesetz geht es vor allem um den äusseren Rahmen wie zum Beispiel Lehrvertrag, Abschlüsse etc.. Ein wenig konkreter wird auch die Berufsbildungsverordnung. Faktisch unterscheiden Gesetz und Verordnung sich wenig, jedoch sind Verordnungen einfacher zu verabschieden.

Anschliessend gab es einen weiteren Mini-Input von Lilo zum Thema “Das innere Team“, basierend auf der Theorie von Friedemann Schulz von Thun.

innerteam

Wie die Grafik sehr schön zeigt, hat der Mensch mehrere unterschiedliche “Mitbewohner” in sich, die sich je nach Situation mehr oder weniger laut zu Wort melden. Lilos Übung zielte darauf ab, dieses innere Team zunächst einmal wahrzunehmen. Dazu sollten wir uns eine konkrete Konfliktsituation ausdenken und hören, wie viele Stimmen sich dazu zu Wort melden und was sie sagen, wer am lautesten schreit und wer schliesslich “gewinnt”.
Diese Übung lässt sich auch erweitern, indem man sie nicht nur zur Selbstwahrnehmung, sondern auch zur Fremdwahrnehmung benutzt. Dies kann sehr nützlich sein in Konfliktsituationen mit anderen, wenn einem bewusst ist, welcher Typus von “Mitbewohner” gerade aus einem selbst und aus dem anderen spricht. Ungünstig wäre es beispielsweise, wenn die beiden cholerischen Mitbewohner miteinander kommunizieren. Wünschenswert wäre es, wenn zwei “Vernünftige” miteinander sprechen.
Dazu haben wir zum Schluss noch eine Situation simuliert, in der eine Lehrerin eine Schülerin zum Gespräch bitten möchte, weil irgendetwas schief läuft.
Dies hat mir sehr gut gefallen, da damit konkrete Situationen trainiert werden können. Es wäre schön, wenn wir öfter so etwas machen könnten, gecoacht von Lilo, die viel von ihrem Fach versteht. Dies kommt an der PH leider viel zu kurz (zur Erinnerung: das H steht für Hochschule).

Verfasst von: pumuckl1 | Januar 16, 2009

Woche 3 (2009)

Zur Einstimmung bat uns Melanie ins Foyer, da für ihren Input viel Platz benötigt wurde. Jeder sollte sich in Gedanken zwei der anwesenden Personen aussuchen. Während sich alle willkürlich im Raum bewegten, musste jeder darauf achten, dass er stets zu beiden ausgewählten Personen genau den gleichen Abstand einhält. Nach einer Weile kamen alle unaufgefordert zum Stehen. Daraufhin verteilte Melanie zwei Bälle an beliebige Personen, die ihre Position wechseln sollten. Alle anderen mussten dann ebenfalls ihre Position anpassen. Anschliessend gab es es noch die Erläuterung zum Spiel: Das Ganze stellt ein System dar. Jedes Mal, wenn sich ein oder mehrere Elemente verändern, verändert sich auch das gesamte System. Man kann diese Einstimmung beispielsweise verwenden als Einstimmung auf einen Teamprozess, um die ständige Dynamik zu veranschaulichen. In der Schule würde es sich auch dazu eignen, eventuelle Probleme in der Klasse aufzuspüren. Beispielsweise kann man der Frage nachgehen: “Wieso wurde ein bestimmter Schüler von niemandem ausgewählt?”. Genaueres zu diesem Spiel kann man im Buch Einfach systemisch! auf Seite 146 nachlesen (allerdings mit einem anderen Fokus als Melanie ihn gewählt hat).

Im Anschluss an die Einstimmung begannen wir mit der Vorbereitung der Posterpräsentationen unserer Lernjobs. Die Poster wurden im Raum aufgehängt und jeder präsentierte kurz seinen Lernjob, indem er auf den Aufbau und die Besonderheiten hinwies. In der nächsten Runde konnte sich jeder zwei bis drei Lernjobs aussuchen und sich näher mit diesen auseinandersetzen. Man konnte tiefer in den Inhalt und in die Methoden einsteigen, beim Autor nachfragen und gemeinsam diskutieren. Ein ausführliches Feedback zu den einzelnen Lernjobs soll nun im Laufe der nächsten Tage auf Moodle abgegeben werden (Einladung zur entsprechenden Plattform folgt von Max).

Nach der Pause vereinbarten wir noch demokratisch auf Wunsch der Teilnehmer, dass das Thema Wissensmanagement im zweiten Semester aufgegriffen werden soll, wobei es zum Beispiel um Lesestrategien geht.

Danach kamen wir in den Genuss von Martins Mini-Input zum Thema Duales Bildungssystem. Nach einer kurzen Einführung begann die Aktivierungssequenz, die daraus bestand, dass wir uns in Gruppen überlegen sollten, was einen Personalchef dazu bewegt junge Mitarbeiter und Lehrlinge einzustellen und welche Erwartungen er an diese hat. Die Ergebnisse wurden auf Plakaten festgehalten, gegenseitig betrachtet und kommentiert. Es folgte ein Theorieinput, indem Martin das duale System erläuterte und die Vor- und Nachteile des Spannungsfeldes zwischen Bildungs- und Arbeitswelt aufzeigte. Zum Schluss gab es dann die übliche Feedbackrunde der Zuhörer, das durchwegs gut ausfiel.

Verfasst von: pumuckl1 | Januar 16, 2009

Woche 2 (2009)

Zu meinem grossen Bedauern konnte ich an diesem Präsenztag aus beruflichen Gründen nicht anwesend sein. Glücklicherweise bekam ich von Max nachträglich ein Instrument zur Beurteilung meines persönlichen Lernerfolgs, das es mir ermöglicht meinen Lernprozess im Modul BP zu reflektieren.

Zunächst soll man sich dabei drei Kriterien überlegen, anhand derer man den Lernerfolg beurteilen möchte. Dazu wähle ich die Kriterien Wissen, Anwendbarkeit des Wissens und Kompetenzen. Auf die Kompetenzen möchte ich hier nicht mehr eingehen, da ich dies bereits im vorhergehenden Beitrag getan habe.

Zum Thema Wissen habe ich mir lang überlegt, welche Fortschritte ich gemacht habe und bin zu dem Schluss gekommen, dass diese sich doch sehr in Grenzen halten. Es ging immer nur darum, dass man Berufsschülern vor allem überfachliche Qualifikationen vermitteln sollte, da diese in der Arbeitswelt immer mehr verlangt werden. Dies ist allerdings keine überraschend neue Information, wenn man sich ein bisschen in der Wirtschaft auskennt und sich einmal mit dem Thema Bewerbungen auseinandergesetzt hat. Ausserdem denke ich, dass diese “Inhalte” gar nicht so speziell berufspädagogisch sind, da früher oder später jeder Schüler ins Arbeitsleben eintritt und über überfachliche Kompetenzen verfügen muss, die übrigens auch schon in einem Studium wichtig sind. Ansonsten sassen wir häufig im Kreis und/oder haben irgendwelche Spielchen gespielt, die nicht wirklich zu einer Anhäufung an Wissen geführt haben. Einzig die Mini-Inputs lieferten einiges an Informationen, da diese auf greifbaren Fakten basierten, zum Beispiel beschrieb Martin in seinem Referat das duale Bildungssystem der Schweiz. Sein Vortrag hatte Struktur und Inhalt, so dass man dadurch tatsächlich an Wissen gewinnen konnte.

Die Reflexion über die Anwendbarkeit des Wissens erklärt sich damit auch selbst. Die vielfältigen Qualifikationen, die es zu lehren gilt und die ich bereits kannte, versuche ich, in der Schule umzusetzen und weiterzuentwickeln. Dies habe ich jedoch auch schon vor diesem Modul getan. Da unsere Schule Qualitätsmanagement betreibt, habe ich dort immer mal wieder Gelegenheit und Zeit, mich damit auseinanderzusetzen und von Kollegen Neues zu erfahren sowie Erfahrungen auszutauschen.

Lustigerweise entdecke ich gerade das Wort Selbstcoaching. Das klingt gut: Man sucht sich die Kriterien des Lernerfolgs selbst aus und bringt sich dann alles selbst bei. Ich denke, ich sollte mich besser dafür entscheiden, endlich einmal Java-Programmierung zu lernen, was ich schon lange tun wollte. Das kann ich mir dann autodidaktisch beibringen und mich selbst dabei coachen. Meine Zeit wäre damit sicher sinnvoller genutzt. Scheinbar haben auch andere Menschen ähnliche Probleme.

Verfasst von: pumuckl1 | Januar 16, 2009

Praktikum, Teil 3

Ich beschäftige mich nun gerade mit den 10 Kompetenzfeldern eines Lehrers. Das Praktikum bietet mir eine gute Möglichkeit darüber nachzudenken, wo ich stehe und wo ich hin möchte. Die Kompetenzfelder erscheinen mir auch nicht mehr so abstrakt, da ich viele Aspekte an konkreten Situationen festmachen kann. Hier sind einige meiner Gedanken zu einigen der den einzelnen Kompetenzfeldern:

  1. Fachwissen: Im Laufe meiner Unterrichtstätigkeit tauchten gelgentlich Lücken im Fachwissen auf. Oft entdeckte ich diese durch Fragen von Schülern. Es handelte sich dabei meist um Fragen, die ich mir selbst noch nie gestellt hatte oder Dinge, die ich selbst als selbstverständlich hingenommen habe ohne sie zu hinterfragen. Manchmal handelte es sich auch um Sachverhalte, die ich noch nicht kannte.
    Im Praktikum beim Thema Wahrscheinlichkeitsrechnung wurde mehrmals festgestellt, dass ich Fachbegriffe ungenau verwende und teilweise verwechselt habe, z.B.  Ergebnis und  EreignisPaar und  Tripel. Obwohl ich die Begriffe eigentlich kennne und klar definieren kann, verwendete ich sie im mündlichen Vortrag ungenau. Jedoch ist es sehr wichtig, genau darauf zu achten, weil die Begriffe für die Schüler neu sind und sie die noch nicht unterscheiden können.
    Grundsätzlich denke ich, dass das Fachwissen eines Lehrers wohl nie vollständig sein kann. Ich halte es jedoch für unerlässlich, dass man sich stets weiterbildet und allfällige Lücken zu schliessen versucht. Sollte man eine Frage eines Schülers einmal nicht sofort beantworten können, sollte man ihm die Antwort keinesfalls schuldig bleiben, sondern möglichst schnell die richtige Antwort rechechieren. Ebenso sollten versehentlich falsch vermittelte Inhalte schnell und umfassend richtig gestellt werden.
  2. Lernen und Entwicklung:
    Wenn man eine Klasse neu unterrichtet, ist es zunächst schwierig Lernende differenziert wahrzunehmen, da man die einzelnen noch nicht gut kennt. Zunächst fallen nur diejenigen auf, die sich viel mündlich beteiligen durch Beiträge und Fragen. Um auch stillere Schüler besser einschätzen zu können, achte ich während selbstständigen Aufgaben oder Gruppenarbeiten mehr auf sie, indem ich schaue, was und wie sie arbeiten und sie teilweise auch darauf anspreche, wie sie zurecht kommen.
    Um gute Schüler fördern zu können, achte ich bei Aufgabenstellungen und Übungen darauf, dass diese noch einen zusätzlichen Auftrag enthalten für diejenigen, die schneller fertig sind.
    Differenzierung und dem Leistungsstand entsprechende Förderung finde ich sehr wichtig, jedoch gelingt es mir nich immer optimal, da man sich als Lehrperson in einer Lektion nicht immer um jeden einzelnen kümmern kann. Speziell beim Frontalunterricht passiert es oft, dass einige sich langweilen und einige überfordert sind und nicht folgen können. Dies ist mir im Praktikum speziell in zwei Situationen aufgefallen als ich im Lehrervortrag bzw. fragenentwickelnd Beweise durchführte. Dabei konnten nur sehr wenige Schüler folgen und sich beteiligen, während andere sichtbar abschalteten. Deshalb möchte ich mir speziell für Beweise noch andere Methoden überlegen, die jedem einzelnen die Möglichkeit gibt, den Beweis in seinem eigenen Tempo verstehen zu können. Bei Beweisen finde ich das noch schwieriger als z.B. bei Herleitungen, da mathematische Beweistechniken den Schülern oft fremd und unverständlich vorkommen und Beweise im Schulunterricht eher vernachlässigt werden. Ich werde es zunächst einmal mit einer kleinschrittigen Anleitung zur Beweisführung versuchen, die dann jeder selbstständig Schritt für Schritt durchführen kann.
  3. Umgang mit Heterogenität
    Die Heterogenität der Schüler in einer Klasse fällt vor allem in der ersten Klasse auf, wenn die Klasse neu zusammengewürfelt wird. Die Schüler kommen von verschiedenen Schulen mit unterschiedlichen Voraussetzungen und Gewohnheiten. Vom Alter her unterscheiden sie sich manchmal um bis zu zwei Jahre, was in diesem Alter einen grossen Unterschied machen kann. Mit kulturellen Unterschieden bin ich eher selten konfrontiert, da es an unserer Schule nur wenige Ausländer gibt. Es gibt viele Schüler mit unterschiedlichen religiösen Ansichten; dies wird jedoch im Mathematikunterricht kaum thematisiert.
    Um mit den unterschiedlichen Kenntnisständen umgehen zu können und möglichst alle auf einen ähnlichen Stand bringen zu können, setze ich gewissen Standards in der ersten Klasse, die ich erwarte (z.B. Bruchrechnen, Binomische Formeln, Termumformungen etc.). Dazu gebe ich ein Repetitionsprogramm ab, welches die Schüler selbstständig zu bearbeiten haben. Für diejenigen, die Mühe damit haben, biete ich zusätzliches Material an. Eingie kommen sehr gut damit zurecht, andere haben grosse Mühe mit der Umstellung auf die neue Schule. Wichtig finde ich dabei, dass die Schüler ganz klar wissen, dass an einer Mittelschule ein gewisses Niveau erwartet wird, sie sich dabei aber nicht allein gelassen fühlen und wissen, wie und wo sie Unterstützung erhalten können.
  4. Eigenständiges Lernen, kritisches Denken, Problemlösen, kreatives Gestalten
    Um eigenständiges Lernen zu fördern, versuche ich konstruktivistische Unterrichtsphasen einzubauen. Beispielsweise sollten die Schüler in meinem Praktikum selbstständig Kombinatorik-Formeln herausfinden. Dabei achte ich darauf, dass dies schrittweise geschieht (z.B. erst Urnenmodell finden und zuordnen), damit auch schwächere Schüler nicht den Faden verlieren.
    Kritisches Denken könnte man im Mathematikunterricht so fördern, indem man den Schülern eine falsch gelöste Aufgabe vorlegt und sie auffordert, die Fehler zu finden und zu verbessern. Dies habe ich bisher noch nicht ausprobiert. Eine andere Möglichkeit habe ich schon eingesetzt: Die Schüler sollten einige Aufgaben zunächst selbstständig lösen und dann mit einem Partner nur die Aufgaben besprechen, die unterschiedlich gelöst wurden. Dabei mussten sie sich kritisch mit ihrer eigenen Lösung und der des Partners auseinandersetzen und waren dann vielleicht in der Lage, Fehler oder Missverständnisse zu erkennen.
    Problemlösen ist meiner Meinung Gegenstand des gesamten Mathematikunterrichts. Jede Aufgabe ist ein Problem, das es zu lösen gilt. Im Unterricht entwickelt man unterschiedliche Lösungsstrategien (Formeln, Verfahren, Algorithmen). Mathematik ist schon natürlicherweise so aufgebaut, so dass man wohl nicht mehr speziell darauf achten muss, dies in den Unterricht einzubauen. Entscheidend aber ist, dass die Schüler lernen zu erkennen, wie und mit welcher Strategie verschiedene Probleme angegangen werden können (z.B. dass man eine quadratische Gleichung mit der Mitternachtsformel lösen kann).
    Kreatives Gestalten überlasse ich gern anderen Fächern, die dafür geeigneter und zahlreich vorhanden sind.
  5. Planung, Durchführung und Auswertung vom Unterricht
    Im Praktikum wurde speziell auf dieses Kompetenzfeld geachtet. Die Planung und Durchführung des Unterrichts waren für mich nichts Neues und lief so weit gut. Einige Aufgaben konnte ich noch austauschen oder verbessern. Wichtig  waren mir die Rückmeldungen und Auswertungen des Praktikumslehrers. Die meisten Dinge, die gut oder schlecht liefen, bemerkte ich auch selbst (z.B. ungenaue Verwendung von Fachbegriffen, zu lange Frontalunterrichtsphasen); jedoch ist es gut, dies auch noch mit einer anderen Person besprechen zu können und Tipps zu erhalten wie sich etwas verbessern lässt. Dadurch konnte ich auch meine Reflexionsfähigkeiten überprüfen und verbessern. Ich denke, Planung, Durchführung und Auswertung des Unterrichts ist ein kontinuierlicher Prozess, der immer wieder überprüft und weiterentwickelt werden sollte. Neben der eigenen Reflexionen können dabei kollegiale Hospitationen oder andere Feedbackmethoden hilfreich sein.

Verfasst von: pumuckl1 | Januar 16, 2009

Praktikum, Teil 2

Nun habe ich schon drei Wochen Praktikum hinter mir und konnte schon einige meiner Vorhaben ausprobieren. Einige sind sehr gut gelungen, bei anderen gibt es noch Verbesserungsmöglichkeiten. Ich habe gelernt, dass es vor allem bei spielerischen Methoden wichtig ist, ganz klare Arbeitsanweisungen und Struktur vorzugeben, da die Schüler sonst oft zu sehr ins Spielen abdriften, was zu Unruhe und Störungen führen kann oder sie das Ziel des Spiels aus den Augen verlieren lässt. Es muss ganz klar sein, wann das Spiel zu Ende ist und wieder ein theoretischer Teil folgt.

Meine inhaltliche Vorbereiitung ist soweit abgeschlossen. Neben der Reflexion der gehaltenen Lektionen und verwendeten Methoden beginne ich nun, mich mit der Rolle als Lerncoach bzw. als Lernbegleiter auseinanderzusetzen. Um als Lerncoach fungieren zu können, habe ich in der Vorbereitung (wie schon beschrieben) darauf geachtet, die Ansätze möglichst konstruktivistisch zu wählen und einen hohen Selbstlernanteil einzuflechten, so dass die Schüler viel selbst entdecken und erarbeiten kann und ich unterstützend zur Verfügung stehen kann. Dabei werden indirekt einige überfachliche Kompetenzen geschult (z.B. selbstständiges Arbeiten, Teamfähigkeit, Verantwortung, Reflexionsfähigkeit, sinnvolle Zeiteinteilung vornehmen etc. ).

Bei der Arbeit in den Lektionen ist mir aufgefallen, dass es wichtig ist, bei aufkommenden Fragen “geschickt” zu antworten, d.h. einen möglichst hilfreichen Tipp zu geben ohne die ganze Lösung zu verraten, so dass der Schüler immer noch die Möglichkeit hat, selbst auf den richtigen Lösungsweg zu kommen. Ein weiterer Punkt, an dem ich noch arbeiten möchte, ist, wie man damit umgeht, wenn von vielen Schülern die gleiche Frage gestellt wird. Man könnte sie jedem einzeln beantworten, was ich aber für zeitaufwändig und ineffizient halte, oder man könnte alle zusammennehmen und den Sachverhalt für alle erklären, was jedoch den konstruktivistischen Ansatz zunichte macht. Ein Tipp hilft eventuell nicht allen weiter, da die Probleme, die zur Frage führen, unterschiedlicher Natur sein können. Ein abschliessende Antwort zum Umgang mit dieser Situation habe ich noch nicht gefunden, werde aber dran bleiben. Im Nachhinein habe ich einige der Materialien noch einmal so überarbeitet, dass die entsprechende Frage hoffentlich gar nicht mehr auftaucht. Dies ist jedoch nicht immer möglich.

Für die Rolle als Lernbegleiter, der den längerfristigen Lernprozess der Schüler unterstützt und ihnen hilft, ihr Lernverhalten zu optimieren, fand ich die Zeit des Praktikums zu kurz, da ich eine mir unbekannte Klasse unterrichtet habe. Ich kannte die Vorgeschichten der einzelnen Schüler und nicht und habe auch nicht die Möglichkeit, sie über einen längeren Zeitraum zu begleiten. Auch war es kaum möglich,  grundlegende Schwierigkeiten bei einzelnen Schülern aufzudecken und ihnen Tipps zur Verbesserung zu geben. Ich denke, dass ich mit dieser Rolle in meinen eigenen Klassen auseinandersetzen werde, die ich schon länger kenne und auch länger begleiten kann.

Verfasst von: pumuckl1 | Januar 16, 2009

Praktikum, Teil 1

Vor ein paar Tagen hat mein Praktikum begonnen. Schon während der Vorbereitungsphase habe ich mir viele Gedanken darüber gemacht, wie ich das Gelernte nun in die Praxis umsetzen kann. Dabei legte ich meinen Fokus vor allem auf Methodenvielfalt und konstruktivistische Ansätze. Dazu war das Thema Wahrscheinlichkeitsrechung & Kombinatorik hervorragend geeignet, da man dieses zum Teil auch intuitiv angehen kann. Dies kommt oft denjenigen Schülern entgegen, die Mühe mit Formeln und abstrakten Zusammenhängen haben. Selbstverständlich kommt man auch bei diesem Thema nicht ohne Formeln aus, jedoch sind die zunächste nicht nötig um die Grundideen zu verstehen. Ebenfalls lässt sich dieses Thema gut veranschaulichen. Verschiedene Experimente können leicht von den Schülern selbst oder von der Lehrperson nachgestellt werden (z.B. Urnenexperimente, Würfelexperimente).  Da ich eine Kuns- und Sportklasse unterrichte, sind nicht immer alle Schüler in den Lektionen anwesend. Deshalb machte ich mich auf die Suche nach Videos von Experimenten und bin zum Beispiel mit diesem fündig geworden:

Dieses und andere Videos kann ich den Schülern direkt auf Ilias zur Verfügung stellen oder eine Link dort oder im elektronischen Klassenbuch postieren. So lässt sich auch das Selbststudium abwechslungsreich und anschaulich gestalten.

Einen weiteren Vorteil bietet das Thema dadurch, dass es viele lebensnahe Beispiel gibt (Lottogewinn, Glücksspiel, Medizin, Wirtschaft etc.), welche das Interesse der Schüler wecken. Es lassen sich  viele alltagsnahe Aufgaben mit relativ einfachen Mitteln berechnen. Bei anderen Themen ist das oft schwerer, oft braucht es sehr viel theoretisches Vorwissen und abstrakte Rechentechniken bis man eine realistische Aufgabe angehen kann. Dadurch fiel es mir leicht, meinem Bestreben der Methodenvielfalt und einem ausgewogenen Verhältnis zwischen selbstständiger und lehrergeführter Arbeit nachzukommen.

Ein besonderes Highlight beim Thema Wahrscheinlichkeitsrechnung stellt meist das Ziegenproblem dar. Die Aufgabe an sich ist schon sehr alt, jedoch bauen viele den Schülern bekannte Quizsendungen darauf auf, zum Beispiel Geh auf´s Ganze:

Es geht dabei um die Frage “Ist die Gewinnchance höher, wenn man das Tor in der zweiten Runde wechselt?” Das Experiment lässt sich leicht im Klassenzimmer nachstellen und Gewinne z.B. in Form von Schokolade bereiten den Schülern besondere Freude. Ebenfalls kann man es hier online spielen.

Wichtig ist jedoch dann auch, den Schritt vom Intuitiven und Spielerischen zum Formalen zu schaffen, da sich weiterführende Probleme nur damit lösen lassen.

Nun bin ich gespannt, wie meine Ideen bei den Schülern ankommen und ob sie zum gewünschten Lernerfolg führen. Hoffentlich bekomme ich auch weitere Anregungen, wie man das Thema noch anders angehen könnte, da es sicher sehr viele verschiedene Möglichkeiten in sich birgt. In der Literatur und im Internet findet man unglaublich viel Material, so dass es schon fast schwierig ist, den Überblick zu behalten.

Verfasst von: pumuckl1 | November 4, 2008

Woche 45 (2008)

Hans-Peters Einstieg heute war eine Teamarbeit. Das Team stellt sich auf ein Leintuch und muss dieses umdrehen ohne dieses zu verlassen. Ein Beobachter legte sein Augenmerk auf den Teamprozess.

Anschliessend folgte ein Mini-Input von Corina zum Thema Lernkompetenzen. Sie gab zunächst eine Definition des Begriffs und ging dann vor allem darauf ein, wie man Lernkompetenzen fördern kann. Die Förderung lässt sich in 4 Phasen einteilen:

  1. Sensibilisierung
  2. Strategien entwickeln
  3. Strategien systematisieren
  4. Strategieren anwenden und evaluieren

Dazu gibt es verschiedene Methoden: Selbsteinschätzung, Fremdeinschätzung, Interview. Oft ist es jedoch schwierig, Lernschwierigkeiten bzw. deren Gründe aufzuspüren, da bei Schülern und Lehrpersonen häufig die Sensibilität und auch die Zeit für dieses Thema fehlt.

Um Lernkompetenzen optimal fördern zu können, braucht es gewisse Rahmenbedingungen und Kooperation mit Schulleitung, Eltern und den Schülern selbst natürlich. Die Bertelsmann-Stiftung hat dazu 12 Thesen herausgegeben, die meiner Meinung nach durchaus die Notwendigkeiten auf den Punkt bringen. Besonders Punkt 9, der auf die Ganzheitlichkeit hinweist, halte ich für wichtig, da Lernkompetenz sicher fächer- und schulübergreifend vermittelt werden müssen.

Nach dem Theorieteil gab es einen Gruppenarbeitsauftrag. Klaus und ich gingen der Frage nach, was sich grundlegend ändern muss, um erfolgreiche Förderung von Lernkompetenzen betreiben zu können. Dabei kamen wir zu ähnlichen Stichworten wie sie auch in der 12 Thesen genannt werden.

Im Anschluss an die inhaltliche Diskussion gab es noch eine Feedbackrunde zur Corinas Vortrag anhand von Rubrics. Jeder Studierende hatte die Aufgabe auf zwei oder drei Aspekte besonders zu achten, so dass sich am Schluss ein Gesamtbild über die Einschätzung des Vortrags ergab. Diese Methode finde ich sehr gut, da es für eine einzelne Person kaum machbar ist auf alle Aspekte gleichzeitig zu achten und auch noch etwas von dem Vortrag mitzubekommen. Dabei gab uns Max noch ein paar Feedbackregeln mit:

  • Derjenige, der die Rückmeldung erhält, muss sich nicht rechtfertigen, sondern kann für sich selbst still entscheiden, welche Rückmeldungen er annimmt und welche nicht.
  • Die Person kann die Feedbackrunde jederzeit abbrechen.

Diese Regeln haben mich dazu angehalten mich noch etwas näher mit diesem Thema zu beschäftigen, da ich es oft erlebt habe, dass der Feedbackempfänger vieles zu persönlich nimmt und versucht sich zu verteidigen und man oft in einer endlosen Diskussion stecken bleibt. Ein paar weitere Regeln habe ich hier gefunden. Wichtig dabei ist auch, dass der Diskussionsleiter diese Regeln klar kommuniziert und darauf achtet, dass sie eingehalten werden. Diese lassen sich sicher auch auf Problemgespräche anwenden, mit welchen man beispielsweise als Klassenlehrer konfrontiert ist.

Später sahen wir noch einen Film über das finnische Bildungssystem, das weltweit als sehr gut und erfolgreich gilt. Einige Aspekte, die als Erfolgsfaktoren genannt wurden, sind mit geblieben:

  • Akademisch ausgebildete Lehrpersonen bereits in der Vorschule
  • Garantierter Vorschulplatz für jedes Kind
  • Hohe staatliche Ausgabe für Bildung
  • Individuelle Förderung und der Glaube daran, dass Kinder höchst lernmotiviert sind
  • Förderung der Selbsteinschätzungskompetenz
  • Einzelunterricht für Kinder mit Lernschwierigkeiten
  • Früher Fremdsprachenunterricht
  • Ganztagesschulen
  • Methodenvielfalt
  • Gesamtschule
  • Förderung der Selbstständigkeit

Besonders beeidruckt hat mich, dass das einst gesetzte Ziel der finnischen Regierung, dass 70 % aller Schüler die Studierfähigkeit erlangen sollen, fast erreicht ist.

Verfasst von: pumuckl1 | Oktober 28, 2008

Woche 44 (2008)

Der heutige Einstieg war der Film: “Die Zukunft lernt anders”, in dem Schulen (zum Beispiel das Kaufmännische Bildungszentrum Zug) vorgestellt wurden, die selbstorganisierte Lernformen anbieten. Die geschieht vorwiegend über Lernplattformen mittels Lernjobs. Die Schüler und Schülerinnen im Film äusserten sich sehr positiv zu dieser Lernform. Sie schätzten daran vor allem, dass ein individuelles Lerntempo und individuelle Förderung möglich sind sowie die Nachhaltigkeit des Lernens. Diese kommt vor allem dadurch zustande, dass jeder selbst bestimmen kann wie sehr er sich in ein Thema vertiefen möchte und die Zeit hat, sich wirklich mit diesem beschäftigen zu können und auch die Möglichkeit besteht, den Lernprozess am Schluss zu reflektieren. Selbstverständlich werden die Lernenden von einem kompetenten Lerncoach (früher: Lehrer) betreut, dem es durch diese Lernform möglich wird, sich wirklich Zeit für jeden einzelnen zu nehmen. Einerseits kann er fachliche Unterstützung bieten, andererseits kann er auch als Lernberater zur Verfügung stehen.

Die Lehrperson steht dabei natürlich vor neuen Herausforderung, falls sie bisher im klassischen Sinn unterrichtet hat. Das Kreieren der Lernjobs bedeutet eine Menge Vorarbeit. Sinnvoll wäre es wohl, diese im Team der Fachschaft zu erstellen, da die unterschiedlichen Kompetenzen der einzelnen Mitglieder genutzt werden können und die erstellten Materialien gegenseitig schon vor dem Einsatz gesichtet werden können. Dies ist zunächst natürlich ein grosser Arbeitsaufwand, jedoch kann man sicher lang davon profitieren. Natürlich sind die Materialien nicht statisch, sondern sollte immer wieder verbessert und angepasst werden, wenn jedoch das Grundgerüst einmal steht, kann man sich auf das “Kerngeschäft” konzentrieren und als Lerncoach auftreten.

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