Hans-Peters Einstieg heute war eine Teamarbeit. Das Team stellt sich auf ein Leintuch und muss dieses umdrehen ohne dieses zu verlassen. Ein Beobachter legte sein Augenmerk auf den Teamprozess.
Anschliessend folgte ein Mini-Input von Corina zum Thema Lernkompetenzen. Sie gab zunächst eine Definition des Begriffs und ging dann vor allem darauf ein, wie man Lernkompetenzen fördern kann. Die Förderung lässt sich in 4 Phasen einteilen:
- Sensibilisierung
- Strategien entwickeln
- Strategien systematisieren
- Strategieren anwenden und evaluieren
Dazu gibt es verschiedene Methoden: Selbsteinschätzung, Fremdeinschätzung, Interview. Oft ist es jedoch schwierig, Lernschwierigkeiten bzw. deren Gründe aufzuspüren, da bei Schülern und Lehrpersonen häufig die Sensibilität und auch die Zeit für dieses Thema fehlt.
Um Lernkompetenzen optimal fördern zu können, braucht es gewisse Rahmenbedingungen und Kooperation mit Schulleitung, Eltern und den Schülern selbst natürlich. Die Bertelsmann-Stiftung hat dazu 12 Thesen herausgegeben, die meiner Meinung nach durchaus die Notwendigkeiten auf den Punkt bringen. Besonders Punkt 9, der auf die Ganzheitlichkeit hinweist, halte ich für wichtig, da Lernkompetenz sicher fächer- und schulübergreifend vermittelt werden müssen.
Nach dem Theorieteil gab es einen Gruppenarbeitsauftrag. Klaus und ich gingen der Frage nach, was sich grundlegend ändern muss, um erfolgreiche Förderung von Lernkompetenzen betreiben zu können. Dabei kamen wir zu ähnlichen Stichworten wie sie auch in der 12 Thesen genannt werden.
Im Anschluss an die inhaltliche Diskussion gab es noch eine Feedbackrunde zur Corinas Vortrag anhand von Rubrics. Jeder Studierende hatte die Aufgabe auf zwei oder drei Aspekte besonders zu achten, so dass sich am Schluss ein Gesamtbild über die Einschätzung des Vortrags ergab. Diese Methode finde ich sehr gut, da es für eine einzelne Person kaum machbar ist auf alle Aspekte gleichzeitig zu achten und auch noch etwas von dem Vortrag mitzubekommen. Dabei gab uns Max noch ein paar Feedbackregeln mit:
- Derjenige, der die Rückmeldung erhält, muss sich nicht rechtfertigen, sondern kann für sich selbst still entscheiden, welche Rückmeldungen er annimmt und welche nicht.
- Die Person kann die Feedbackrunde jederzeit abbrechen.
Diese Regeln haben mich dazu angehalten mich noch etwas näher mit diesem Thema zu beschäftigen, da ich es oft erlebt habe, dass der Feedbackempfänger vieles zu persönlich nimmt und versucht sich zu verteidigen und man oft in einer endlosen Diskussion stecken bleibt. Ein paar weitere Regeln habe ich hier gefunden. Wichtig dabei ist auch, dass der Diskussionsleiter diese Regeln klar kommuniziert und darauf achtet, dass sie eingehalten werden. Diese lassen sich sicher auch auf Problemgespräche anwenden, mit welchen man beispielsweise als Klassenlehrer konfrontiert ist.
Später sahen wir noch einen Film über das finnische Bildungssystem, das weltweit als sehr gut und erfolgreich gilt. Einige Aspekte, die als Erfolgsfaktoren genannt wurden, sind mit geblieben:
- Akademisch ausgebildete Lehrpersonen bereits in der Vorschule
- Garantierter Vorschulplatz für jedes Kind
- Hohe staatliche Ausgabe für Bildung
- Individuelle Förderung und der Glaube daran, dass Kinder höchst lernmotiviert sind
- Förderung der Selbsteinschätzungskompetenz
- Einzelunterricht für Kinder mit Lernschwierigkeiten
- Früher Fremdsprachenunterricht
- Ganztagesschulen
- Methodenvielfalt
- Gesamtschule
- Förderung der Selbstständigkeit
Besonders beeidruckt hat mich, dass das einst gesetzte Ziel der finnischen Regierung, dass 70 % aller Schüler die Studierfähigkeit erlangen sollen, fast erreicht ist.
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