Zur Einstimmung bat uns Melanie ins Foyer, da für ihren Input viel Platz benötigt wurde. Jeder sollte sich in Gedanken zwei der anwesenden Personen aussuchen. Während sich alle willkürlich im Raum bewegten, musste jeder darauf achten, dass er stets zu beiden ausgewählten Personen genau den gleichen Abstand einhält. Nach einer Weile kamen alle unaufgefordert zum Stehen. Daraufhin verteilte Melanie zwei Bälle an beliebige Personen, die ihre Position wechseln sollten. Alle anderen mussten dann ebenfalls ihre Position anpassen. Anschliessend gab es es noch die Erläuterung zum Spiel: Das Ganze stellt ein System dar. Jedes Mal, wenn sich ein oder mehrere Elemente verändern, verändert sich auch das gesamte System. Man kann diese Einstimmung beispielsweise verwenden als Einstimmung auf einen Teamprozess, um die ständige Dynamik zu veranschaulichen. In der Schule würde es sich auch dazu eignen, eventuelle Probleme in der Klasse aufzuspüren. Beispielsweise kann man der Frage nachgehen: “Wieso wurde ein bestimmter Schüler von niemandem ausgewählt?”. Genaueres zu diesem Spiel kann man im Buch Einfach systemisch! auf Seite 146 nachlesen (allerdings mit einem anderen Fokus als Melanie ihn gewählt hat).
Im Anschluss an die Einstimmung begannen wir mit der Vorbereitung der Posterpräsentationen unserer Lernjobs. Die Poster wurden im Raum aufgehängt und jeder präsentierte kurz seinen Lernjob, indem er auf den Aufbau und die Besonderheiten hinwies. In der nächsten Runde konnte sich jeder zwei bis drei Lernjobs aussuchen und sich näher mit diesen auseinandersetzen. Man konnte tiefer in den Inhalt und in die Methoden einsteigen, beim Autor nachfragen und gemeinsam diskutieren. Ein ausführliches Feedback zu den einzelnen Lernjobs soll nun im Laufe der nächsten Tage auf Moodle abgegeben werden (Einladung zur entsprechenden Plattform folgt von Max).
Nach der Pause vereinbarten wir noch demokratisch auf Wunsch der Teilnehmer, dass das Thema Wissensmanagement im zweiten Semester aufgegriffen werden soll, wobei es zum Beispiel um Lesestrategien geht.
Danach kamen wir in den Genuss von Martins Mini-Input zum Thema Duales Bildungssystem. Nach einer kurzen Einführung begann die Aktivierungssequenz, die daraus bestand, dass wir uns in Gruppen überlegen sollten, was einen Personalchef dazu bewegt junge Mitarbeiter und Lehrlinge einzustellen und welche Erwartungen er an diese hat. Die Ergebnisse wurden auf Plakaten festgehalten, gegenseitig betrachtet und kommentiert. Es folgte ein Theorieinput, indem Martin das duale System erläuterte und die Vor- und Nachteile des Spannungsfeldes zwischen Bildungs- und Arbeitswelt aufzeigte. Zum Schluss gab es dann die übliche Feedbackrunde der Zuhörer, das durchwegs gut ausfiel.
Hallo Nadja,
du gehst kritisch der Frage nach, wie es mit der Wissensvermittlung in BP steht. Ich meine, dieses Thema ist es wert, genauer angeschaut zu werden.
Schliesslich erwarten wir ja von SchülerInnen auch, dass sie reflektieren, welchen Stellenwert der von uns angebotene Stoff für sie hat und wie ihr spezieller Einstieg in den Stoff ist.
Ich formuliere diese Frage mal aus meiner Sicht. In BP arbeiten wir an den Lernjobs, die uns Max gibt und die wir in dem von ihm gegebenen Rahmen selbst noch einbringen. D.h. die Beschreibung von “Berufspädagogik” stammt von Max, der uns mit dem Konzept Mittelpunkt gezeigt hat, wie seine Auffassung von Berufsschulunterricht aussieht, der junge Leute heutzutage gut auf das Berufsleben vorbereitet.
Mein Interesse ist von meiner eigenen Perspektive geprägt. Ich möchte wissen, wie in meinem Fach an Berufsschulen unterrichtet wird und was ich können muss, um dort einen Job zu kriegen. Dabei muss ich mich mit der Realität an den Berufsschulen auseinandersetzen, an denen Pädagogik und Psychologie als Unterrichtsfächer unterrichtet werden.
Die Auseinandersetzung mit der kaufmännischen Ausbildung in Zug ist dabei verständlicherweise nicht die erste Priorität. Was ich hier im Film sehen konnte, war eine Berufsschule an der sehr viel mit neuen Medien gearbeitet wird. So lange ich aber nicht weiss, wie z.B. in Rheineck und Oerlikon der Psychologieunterricht aussieht, ist nicht zu umfänglich beurteilen, was mir die Auseinandersetzung mit der kaufmännischen Ausbildung in Zug bringt. Es ist lediglich eine Möglichkeit, einmal zu sehen, wie BerufsschülerInnen mit Lernplattformen arbeiten in einem Lernsetting, in dem sie sehr selbständig arbeiten. Aus dieser Überlegung entsteht der Vorschlag, dass wir uns konkret an verschiedenen Berufsschulen ansehen könnten, wie unser Fachunterricht dort unterrichtet wird und was von uns als Lehrkräften dort erwartet und verlangt wird.
Wenn ich meinen Lernprozess in BP anschaue, dann muss er genau dort ansetzen. Im Augenblick kann ich gar nicht beurteilen, ob und wie die Lernjobs, die ich hier mache mir in dieser beruflichen Realität nützlich sind.
Ich empfinde an dieser Stelle eine Diskrepanz zu der Aufforderung des selbständigen Lernens.
Positiv gewendet mache ich daraus einen Vorschlag: In der zweiten Hälfte der BP könnte ein Leistungsnachweis daraus bestehehn, an einer Berufsschule nachzufragen, wie dort in unserem jeweiligen Fach unterrichtet wird, gerne im Rahmen einer Exkursion. Mein Vorschlag wäre weiterhin, dabei all die Schulen in Betracht zu ziehen, die berufliche Bildung in ihrem Programm haben. Das wären dann die Berufsschulen, die eine Lehre begleiten, die Schulen an denen man die Berufsmatura machen kann und die Fachhochschulen, an denen unsere Fächer zum Teil auch unterrichtet werden und bei denen man sich mit diesem Abschluss eventuell auch bewerben kann.
Es ist eine unterschiedliche Ausgangsbasis, ob man schon in einer Berufsschule arbeitet, dann kennt man die Anforderungen des Berufsfeldes, oder ob man sich für die Berufsschule als neues Arbeitsfeld interessiert, wie dies bei mir der Fall ist.
Fazit: mein Interesse geht dahin, im zweiten Semester an meinen konkreten beruflichen Möglichkeiten für eine Realität als Lehrkraft an einer Berufsschule, bzw als Erwachsenenbildnerin für Berufsleute der FHS anzusetzen.
Grüsse Lilo
Von: lilo.hirsiger am Januar 18, 2009
um 2:47 nachmittags
Hallo Lilo, du schreibst:
“Positiv gewendet mache ich daraus einen Vorschlag: In der zweiten Hälfte der BP könnte ein Leistungsnachweis daraus bestehehn, an einer Berufsschule nachzufragen, wie dort in unserem jeweiligen Fach unterrichtet wird, gerne im Rahmen einer Exkursion.”
Das finde ich prinizipiell eine gute Idee, da ich auch gern mal eine Berufschule “von innen” sehen würde. Aber wie meinst du das mit dem Leistungsnachweis?
Gruß
Klaus
Von: paulemeyer am Januar 18, 2009
um 6:32 nachmittags