Verfasst von: pumuckl1 | Januar 16, 2009

Praktikum, Teil 2

Nun habe ich schon drei Wochen Praktikum hinter mir und konnte schon einige meiner Vorhaben ausprobieren. Einige sind sehr gut gelungen, bei anderen gibt es noch Verbesserungsmöglichkeiten. Ich habe gelernt, dass es vor allem bei spielerischen Methoden wichtig ist, ganz klare Arbeitsanweisungen und Struktur vorzugeben, da die Schüler sonst oft zu sehr ins Spielen abdriften, was zu Unruhe und Störungen führen kann oder sie das Ziel des Spiels aus den Augen verlieren lässt. Es muss ganz klar sein, wann das Spiel zu Ende ist und wieder ein theoretischer Teil folgt.

Meine inhaltliche Vorbereiitung ist soweit abgeschlossen. Neben der Reflexion der gehaltenen Lektionen und verwendeten Methoden beginne ich nun, mich mit der Rolle als Lerncoach bzw. als Lernbegleiter auseinanderzusetzen. Um als Lerncoach fungieren zu können, habe ich in der Vorbereitung (wie schon beschrieben) darauf geachtet, die Ansätze möglichst konstruktivistisch zu wählen und einen hohen Selbstlernanteil einzuflechten, so dass die Schüler viel selbst entdecken und erarbeiten kann und ich unterstützend zur Verfügung stehen kann. Dabei werden indirekt einige überfachliche Kompetenzen geschult (z.B. selbstständiges Arbeiten, Teamfähigkeit, Verantwortung, Reflexionsfähigkeit, sinnvolle Zeiteinteilung vornehmen etc. ).

Bei der Arbeit in den Lektionen ist mir aufgefallen, dass es wichtig ist, bei aufkommenden Fragen “geschickt” zu antworten, d.h. einen möglichst hilfreichen Tipp zu geben ohne die ganze Lösung zu verraten, so dass der Schüler immer noch die Möglichkeit hat, selbst auf den richtigen Lösungsweg zu kommen. Ein weiterer Punkt, an dem ich noch arbeiten möchte, ist, wie man damit umgeht, wenn von vielen Schülern die gleiche Frage gestellt wird. Man könnte sie jedem einzeln beantworten, was ich aber für zeitaufwändig und ineffizient halte, oder man könnte alle zusammennehmen und den Sachverhalt für alle erklären, was jedoch den konstruktivistischen Ansatz zunichte macht. Ein Tipp hilft eventuell nicht allen weiter, da die Probleme, die zur Frage führen, unterschiedlicher Natur sein können. Ein abschliessende Antwort zum Umgang mit dieser Situation habe ich noch nicht gefunden, werde aber dran bleiben. Im Nachhinein habe ich einige der Materialien noch einmal so überarbeitet, dass die entsprechende Frage hoffentlich gar nicht mehr auftaucht. Dies ist jedoch nicht immer möglich.

Für die Rolle als Lernbegleiter, der den längerfristigen Lernprozess der Schüler unterstützt und ihnen hilft, ihr Lernverhalten zu optimieren, fand ich die Zeit des Praktikums zu kurz, da ich eine mir unbekannte Klasse unterrichtet habe. Ich kannte die Vorgeschichten der einzelnen Schüler und nicht und habe auch nicht die Möglichkeit, sie über einen längeren Zeitraum zu begleiten. Auch war es kaum möglich,  grundlegende Schwierigkeiten bei einzelnen Schülern aufzudecken und ihnen Tipps zur Verbesserung zu geben. Ich denke, dass ich mit dieser Rolle in meinen eigenen Klassen auseinandersetzen werde, die ich schon länger kenne und auch länger begleiten kann.


Antworten

  1. Hallo Nadja!
    Ich habe mich gefreut lesen zu können, was dich während deines Praktikums so beschäftigt und es ist beruhigend zu hören, dass andere mit ähnlichen Situationen zu ‘kämpfen’ haben wie ich…
    Auch ich habe während des Praktikums versucht, die Schüler zu unterstützen aber wenn immer möglich darauf zu verzichten, eine vorgekaute Lösung zu präsentieren. Ich finde es sehr treffend, wie du diese konkrete Begebenheit mit der Idee des Coachings verknüpfst! Aus meiner Sicht, ist es zwar nur ein kleiner Schritt, wenn man sich entscheidet, die Schüler nicht ständig mit Lösungen vollzutexten, sondern sie entdecken zu lassen…aber es ist sicherlich ein äusserst guter Start in die Rolle des Lerncoaches!
    Auch in meinem Praktikum war es interessant zu beobachten, dass anfangs nicht alle Schüler gleich positiv darauf reagierten. Einge machten eine eher beleidigte Miene, wenn man ihnen die Lösung nicht auf dem Silbertablett anbietete. Aber ich denke, wenn man eine Klasse über längere Zeit hinweg betreuen darf, dann spürt die Klasse den Nutzen davon relativ schnell und lernt diesen Coaching-Ansatz auch zu schätzen.
    Grüsse, Corina


Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Log Out / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Log Out / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Log Out / Ändern )

Verbinde mit %s

Kategorien

Follow

Bekomme jeden neuen Artikel in deinen Posteingang.