Verfasst von: pumuckl1 | Juni 14, 2009

Schlussreflexion

Zum Schluss des BP-Moduls noch einige reflektierende Gedanken und Erfahrungen, die ich mitnehme.

In diesem Modul haben wir “systemisch laufen gelernt”  nach der Literatur von Renoldner, Scala und Rabenstein “einfach systemisch!“, die aufzeigt, dass jeder sich in einem bestimmten System bewegt und Systeme ständig in Bewegung sind . Die Autoren bringen das Ganze  sehr gelungen in einen pädagogischen Zusammenhang. Besonders intensiv und gewinnbringend haben wir uns mit dem Thema Coaching befasst, das mich von Anfang fesselte. In zahlreichen Übungen konnten wir Erfahrungen damit sammeln und uns gleichzeitig Gedanken machen, wie wir diese Methode der Lernbegleitung in der Schule, vor allem in der Berufsschule, einsetzen konnten. Gerade BerufsschülerInnen, die im Spannungsfeld zwischen Schule und Beruf stehen und zeitlich oft sehr belastet sind, benötigen diese Art von Betreuung. Durch Coaching werden auch überfachliche Kompetenzen geschult wie zum Beispiel das Refelxionsvermögen und die Fähigkeit zur Selbstevaluation, was heutzutage von fast jedem Arbeitgeber verlangt wird. Mein persönliches Highlight war es, im Rahmen eines Experiments selbst einmal gecoacht zu werden, was mir sehr viel Spass gemacht hat und wertvolle Erfahrungen brachte. 

In den Präsenzveranstaltungen haben mir neben den zahlreichen praxisnahen Übungen auch die Mini-Inputs viele gute Inspirationen und Information geliefert. Neben dem Inhalt des jeweiligen Themas wurden uns diesem Rahmen von den Mitstudierenden verschiedene Methoden zur Aktivierung der Lernenden vorgestellt, die ich teilweise schon mit meinen Schülern ausprobiert habe oder noch ausprobieren werde.

Zum Schluss durften wir im Rahmen der Fallstudie noch in die reale Arbeitswelt eintauchen, wovon man als Berufsschullehrer sicher auch Ahnung haben muss, um den eigenen Erwartungen und den  Erwartungen der Schüler gerecht zu werden.

Insgesamt denke ich, dass mir dieses Modul nicht nur nützen wird, wenn ich vielleicht einmal an einer Berufsschule arbeiten werden, sondern auch in meiner gegenwärtigen Tätigkeit an einer Mittelschule, da die meisten Elemente übertragbar sind.  Ich habe sogar mehr Gelegenheiten, das Erlernte auszuprobieren und einzusetzen, da meine Schüler viel mehr Präsenzunterricht haben als Berufsschüler und ich so mehr Zeit zur Verfügung habe. Ferner müssen auch Mittelschüler die gleichen  Kompetenzen erwerben wie Berufsschüler, da auch sie früher oder später ins Arbeitsleben eintreten werden. 

Darüber hinaus nehme ich viele persönliche Lernerfahrungen mit.

Verfasst von: pumuckl1 | Juni 11, 2009

Woche 24 (2009)

In dieser leider schon allerletzten Präsenzveranstaltung wurden die Fallstudien präsentiert. 

Martin und ich begannen mit unserer Studie, die ich im letzten Artikel schon vorgestellt habe. In der anschliessende Diskussion gab es noch diverse Fragen und Verbesserungsvorschläge aus dem Plenum sowie eine mündliche Reflexion unsererseits.

Es folgte Christels Powerpointräsentation, die einen ähnlichen Auftrag wie wir hatte. Sie sollte ebenfalls ein Webportal entwerfen, welches Ausbildungsberufe in der Elektrobranche vorstellte. Damit ergab sich jedoch der wesentliche Unterschied zu unserem Fall: Christel konnte nicht von einem einzigen Betrieb ausgehen wie wir mit unserem Hotel, sondern musste ein weiteres Feld abdecken und das Ganze allgemeingültig halten. Sehr interessant fand ich, dass sie nach Videos recherchiert hat, die Ausbildungsberufe vorstellten. Dies hat mich auch dazu animiert, einmal bei Youtube zu schauen, was es zu diesem Thema gibt. Besonders gelungen fand ich dieses Video:

Weiter ging es mit Lilos und Melanies Präsentation. Ihre Aufgabe war es, sich als Inhaber einer Schreinerei in Zürich schlau zu machen, was nötig war, um die Genehmigung als Ausbildungsbetrieb zu bekommen und ausserdem eine potentielle Bewerberin mit den für sie nötigen Informationen zu versorgen. Sie präsentierten in Form eine Telefongesprächs zwischen der Chefin und der interessierten jungen Dame. Detaillierte Informationen erhielten wir anschliessend noch auf Plakaten und in einer Fragerunde.

Klaus und Corina hatten die analoge Aufgabe als Apotheker und stellten ihre Ergebnisse  in Plakatform vor. Auch sie sollten ihren Betrieb ausbildungsfähig machen und in der Lage sein, eine angehende Pharmazeutin zu informieren. Sie hatten sich unter anderem genauer mit einem Lehrvertrag auseinandergesetzt sowie den Ausbildungsbedingungen in Basel.

Zum Schluss stellte jede Gruppe noch exemplarisch eine selbst gewählte (lösungsorientiere) Methode zur Bewertung einer solchen Fallstudie vor.  Zentrale Punkte, die bei fast allen vorkamen waren dabei die Selbstevaluation sowie die Festlegung eines Bewertungsbereich anstatt einer festen Note oder Punktzahl wie wir es in vorgängigen Veranstaltungen besprochen hatten. Martin und ich stellten das folgende Schema vor: 

Bild 1

Wir setzten neben der Möglichkeit zur Selbst- und Fremdevaluation und der Abdeckung eines Bereichs vor allem auf die  optische Wirkung. Unsere Evaluation sollte auf einem Plakat gemacht werden, so kann man auf den ersten Blick Übereinstimmungen und Unterschiede zwischen der Selbst- und der Fremdevaluation und damit den Diskussionsbedarf erkennen.

Verfasst von: pumuckl1 | Juni 11, 2009

Woche 23 (2009)

Heute hatten wir Gelegenheit in der Gruppe an den Fallstudien zu arbeiten, die Max beim letzten Mal in Auftrag gegeben hatte.

Ich habe mich zusammen mit Martin für eine Studie entschieden, in der darum ging, in der Rolle von Hotelmanagern ein Webportal aufzubauen, auf der die im Hotel lernbaren Ausbildungsberufe vorgestellt werden. Dies sollte geschehen nach Vorbild des virtuellen Postschalters  der Schweizer Post, jedoch mit einigen Änderungen. Zusätzlich enthielt der Auftrag noch die Aufforderung zur Recherche einiger berufsbezogener Details.

Wir begannen mit unserer Arbeit, indem wir uns zunächst einmal den virtuellen Postschalter ansahen und  zusammentrugen, was uns daran gut gefiel und was wir anders umsetzen wollten. Anschliessend warfen wir einen Blick auf die Page des betreffenden Hotels. Dort stellten wir fest, dass es schon eine Art Film gab, der das Hotel von innen und aussen zeigte. Darum entschieden wir uns diesen Stil zu übernehmen und dort virtuelle Avatare einzusetzen, die die verschiedenen Berufe repräsentieren  und den Suchenden die notwenigen Informationen liefern sollten. Neben der technischen Umsetzung ging es anschliessend um den Inhalt. Dazu mussten wir uns zunächst mal mit dem Berufsfeld auseinandersetzen und staunten nicht schlecht, wie umfangreich dieses ist und wie viele verschiedene Berufe es im Gastgewerbe gibt. Laut Auftrag informierten wir uns genauer über den Beruf des Hotelfachmanns und recherchierten Fakten wie zum Beispiel Ausbildungsdauer, Gehalt, Voraussetzung, Möglichkeiten zum Erwerb der Berufsmatura, Fächer in der Berufsschule, überbetriebliche Kurse etc.. Dies war einerseits sehr interessant, weil wir so Einblick in ein für uns unbekanntes Berufsfeld bekommt und hat mich andererseits dazu animiert, diese Recherche auch als Lehrer zu tätigen, um zu wissen, was die SchülerInnen eigentlich machen. Dies würde es mir als Berufsschullehrerin ermöglichen, den Unterricht zielgruppengerechter zu gestalten und praxisnahe Aufgaben zu stellen. Auch eine Fallstudie könnte ich mir im Mathematikunterricht vorstellen, in der es zum Beispiel um Budgetberechnung oder auch Bilanzierung geht.

Des Weiteren mussten wir uns noch überlegen, in welcher Form wir unsere Studie präsentieren wollten und entschieden uns dafür, zunächst die beiden Homepages der Post und des Hotels im Original zu zeigen und anhand dieser zu erläutern, was wir in ähnlicher Form übernehmen wollten und was wir anders gestalten wollten. Unser konkretes Projekt soll dann auf einem Plakat gezeigt werden, auf dem man die Struktur des Webportals in Pfadform aufzeigen kann.

Verfasst von: pumuckl1 | Juni 11, 2009

Woche 22 (2009)

Endlich fanden wir uns nach langer Zeit der Ferien und des Praktikums wieder zu einer BP-Präsenzveranstaltung ein. Um auch gedanklich wieder ankommen zu können, bat uns Lilo zu Beginn uns kurz zu wichtigen Eindrücken und Erlebnissen der letzten Zeit zu äussern.

Anschliessend stellte Max und das Programm für die kommenden Veranstaltungen vor (Genaueres ist einzusehen im BP-Wiki).  Es steht ein Fallstudienprojekt an: In Zweiergruppen soll jeweils eine Fallstudie bearbeitet werden und am 9. Juni präsentiert werden sowie gegenseitig evaluiert werden und zwar mit einer wählbaren speziellen Bewertungsmethode aus dem BuchLeistungsbewertung von Felix Winter, welches wir uns noch näher anschauen werden. In den Fallstudien geht es darum, sich mit berufspädagogischen Inhalten auseinanderzusetzen (z.B. Was ist zu beachten, wenn man einen Auszubildenden einstellen möchte? Welche konkreten Ausbildungsberufe  gibt es innerhalb einer Berufsrichtung? etc.). Nach der Gruppeneinteilung und der Auswahl der Fallstudien hatten wir schon die Möglichkeit uns einen ersten Überblick zu verschaffen und Ideen zu sammeln.  Am 2. Juni werden wir Gelegenheit haben in der Präsenzversanstaltung daran zu arbeiten.

Nach der Mittagspause stellte Max uns eine erste Bewertungsmethode vor: lösungsfokussiertes Bewerten und Prüfen. Wie bei jeder Methode sind auch hier die drei Kriterien ObjektivitätReliabilität und Validität von Bedeutung. Die Korn-Methode versucht vor allem die Kritikpunkte zu umgehen, die bei herkömmlichen Schulnoten oft aufgeführt werden:vor

  • Schlechte Validität, da die Bedeutung und das Zustandekommen der Noten nicht einheitlich definiert sind
  • Schlechte Objektivität, da Schulnoten oft nicht den Noten in PISA- und TIMSS-Studien entsprechen
  • Schlechte Reliabiliät, da Prüfungswiederholungen z.B. oft schlechtere Resultate zeigen
  • Schlechte Vergleichbarkeit, da Noten oft lehrerabhängig sind

Um nicht nur nackte Zahlen vorliegen zu haben, schlagen die Autoren vor, eine Skalierung von “ungenügend” bis “sehr gut” zwar beizubehalten, jedoch statt einem Durchschnittswert einen Wertebereich einzutragen. Dadurch lassen sich Stärken und Schwächen detaillierter hervorheben. Bei einem anschliessenden Coachinggespräch kann man beispielsweise auf die positiven Aspekte hinweisen und den Coachee fragen, wie es zu diesen positiven Situationen kam und ob man die negativen Aspekte nicht in ähnlicher Weise in positive umwandeln könnte. So wird einem auch auffallen, dass es selbst in sehr schlechten Arbeitsprozessen oder Prüfungen immer etwas Positives zu entdecken gibt, an dem man anknüpfen kann. Ein solcher Bewertungsbogen sieht ähnlich aus wie ein Feedbackbogen.

Bis zur nächsten Präsenzveranstaltung sollen die Fallstudien so weit vorbereitet bzw. angedacht sein, dass jede Gruppe dann daran arbeiten kann. Ausserdem soll sich jede Gruppe Gedanken über eine Bewertungsmethode machen, mit der die Fallstudien dann evaluiert werden.

Verfasst von: pumuckl1 | Juni 11, 2009

Woche 19 (2009): Praktikum, Teil 3

Heute möchte ich noch berichten, wie ich den offenen Unterricht selbst umgesetzt habe und welche Erfahrung ich damit gemacht habe.


Die Eindrücke, die ich dabei gewann, waren im Grossen und Ganzen positiv. Leider war die Zeit zu kurz, um noch eine Prüfung mitzubekommen, an der man zumindest teilweise hätte sehen können, wie erfolgreich das Ganze war. Ich denke, eine insgesamte Erfolgsbeurteilung ist nur über einen grossen Zeitraum möglich, da eine neue Unterrichtsstruktur auch eine gewissen Anlaufphase braucht und eventuell erworbene überfachliche Kompetenzen sich nur schwer messen und beurteilen lassen. Hierbei ist man auch stark auf das Selbstbeurteilungsvermögen der Lernenden angewiesen.

Ein wenig schade fand ich, dass ich meist nur sehr wenige Schüler zu Gesicht bekam und in manchen Lektionen gar niemanden, aber das liegt wohl in der Natur der Sache. Dennoch hatte ich Gelegenheit mit einigen über ihre Erfahrungen und Eindrücke des offenen Unterrichts zu sprechen. Alle von ihnen waren sich einig, dass dies eine sehr gute Unterrichtsform sei und sie wussten die freie Zeiteinteilung und das Arbeiten im eigenen Tempo zu schätzen. Da mir oft aufgefallen war, dass die meisten weit hinter dem von der Lehrkraft vorgeschlagenen Zeitplan lagen, stellte ich ihnen die Frage, wie sie es handhabten, dennoch bis zur Prüfung mit dem Stoff durchzukommen und wie sie mit dem damit verbundenen Stress und schlechten Gewissen umgingen. Als Antwort bekam ich, dass das gar nicht so ein grossen Stress darstellte und sie gar nicht so ein schlechtes Gewissen hatten. In diesen Gesprächen wurde mir zum ersten Mal bewusst, dass der offene Unterricht von diesem Aspekt aus gesehen eigentlich gar nicht so viel anders ist als Präsenzunterricht. Denn aus meiner Erfahrung weiss ich, dass selbst wenn Schüler im Unterricht anwesend sind, der Lernstoff trotzdem an ihnen vorbeiziehen kann ohne dass sie viel davon mitkriegen, wenn sie es nicht wollen. Sie lernen dann auch einfach alles kompakt kurz vor der Prüfung. Ebenso gibt es diejenigen, die immer bei der Sache und auf dem Laufenden sind. Im offenen Unterricht sind es dann diejenigen, die sich eben zeitgemäss an den Plan halten, weil das eben ihrer Arbeitsweise entspricht. Ich denke, Schüler sind im Allgemeinen sehr gut darin, ihre individuelle Arbeitsweise effizient zu nutzen, sei es auch, alles kurz vor der Prüfung zu lernen. 

Erstaunt hat mich sehr, dass sich die Lernenden in Romanshorn ihrer Selbstverantwortung komplett bewusst waren. Es gab keine Klagen darüber, dass zu viel von ihnen verlangt wurde oder Schuldzuweisungen an den Lehrer. Ihnen war völlig klar, dass wenn sie schlechte Noten geschrieben hatten, es daran lag, dass sie falsch oder zu wenig gelernt hatten. Als Konsequenz strengten sie sich beim nächsten Thema wieder mehr an. Dies hat mich sehr beeindruckt und ich denke, dass es genau das braucht um den offenen Unterricht und auch später ein Studium erfolgreich zu absolvieren. 

Einen ebenso positiven Eindruck bekam ich von der Selbstständigkeit beim Erarbeiten neuen Stoffs. Es kam nie vor, dass Schüler kamen und sich aus Bequemlichkeit einfach alles von mir erklären liessen, sondern sie machten sich wirklich völlig selbstständig an die Arbeit, so dass man teilweise als Lehrperson sogar das Gefühl hatte überflüssig zu sein. Die Fragen, die gestellt wurden, waren alle sehr gezielt und ich konnte sehen, dass sie sich davor wirklich schon mit der Materie auseinandergesetzt hatten.

Dies hat mich dazu ermutigt, auch von meinen eigenen Schülern, von denen ich eine solche Arbeitsweise nur vereinzelt gewohnt bin, etwas mehr Selbstständigkeit und Durchhaltevermögen zu verlangen. Eine Frage, die ich mir öfters stelle, ist: Wie kann man jemandem selbstständiges Lernen beibringen? Deshalb interessierte ich mich auch dafür, wie der offene Unterricht in Romanshorn zu Beginn der dritten Klassen eingeführt wird. Laut Auskunft des Fachlehrers und der Schüler steigt man einfach unvermittelt ein. Das führt natürlich dazu, dass einige erstmal ins kalte Wasser geworfen werden und dann schwimmen lernen müssen. Die betroffenen Schüler sahen das aber weniger dramatisch als es klingt. Sie meinten, man lerne recht schnell, eine für sich passende Strategie zu finden um nach einiger Zeit damit klar zu kommen. Auch darauf basierende schlechte Prüfungen sahen die Schüler als nicht allzu schlimm an, da man sie auch wieder ausgleichen kann.

 

Eine ähnliche Situation finde ich bei meinen Kunst- und Sportklassen an der PMS vor. Diese Schüler haben reduzierten Präsenzunterricht und einen grossen Teil Selbststudium,  um mehr Zeit für ihr Instrument oder ihren Sport zu haben. Dies beginnt bereits in der ersten Klasse, nachdem sie direkt aus dem gewohnten Regelunterricht der Sekundarschule kommen. Ich denke, dies ist nochmal eine besondere Herausforderung, da sie neu an eine Mittelschule kommen und sich sowieso erst einmal zurechtfinden müssen. Auch hier habe ich die Erfahrung gemacht, dass einige mit dieser Situation sehr schnell und gut klarkommen, während andere erst einmal stark überfordert sind. Nach und nach arrangieren sich jedoch die meisten recht gut mit der Situation. Viele von denjenigen, die während der ganzen Schulzeit Probleme mit bestimmten Fächern haben, hätten diese vermutlich auch im Präsenzunterricht. Langfristig unterscheiden sich die Durschnitte der Kunst- und Sportklassen nicht grossartig von denen der Normalklassen, jedoch kann man tatsächlich grössere Selbstständigkeit feststellen ohne dass man explizit etwas dafür getan hat, es ihnen beizubringen. Dies ist natürlich ganz im konstruktivistischen Sinne, dass die Schüler dies selbst herausfinden, wie sie am besten arbeiten können. Dies ist ohnehin schwer möglich zu lehren, da Lernen doch sehr individuell geschieht. Jedoch denke ich, dass man als Lehrperson möglichst viele Methoden und Strategien kennen sollte um, vor allem Schüler mit Schwierigkeiten kompetent beraten zu können.

Ich habe daraus gelernt, dass ich wohl nicht mehr so ein schlechtes Gewissen haben muss, wenn ich von meinen Klassen wieder einmal hören muss  ”Keiner kapiert was! Sie müssen etwas machen und vor allem die Prüfung verschieben! “, sondern ruhig ein wenig mehr Selbstständigkeit von ihnen erwarten kann. 

 

Aus diesen Erfahrungen nehme ich mit, dass ich Schülern insgesamt mehr Selbstständigkeit zutrauen kann und auch mehr darauf vertrauen kann, dass es möglich ist, auch schwierigere mathematische Inhalte selbstständig zu erarbeiten. Weiter verbessern möchte ich mich noch bei der Erstellung von längerfristigen Arbeitsplänen, da mir das teilweise noch schwer fällt so weit im Voraus zu planen bzw. ich das nicht so gern mache.

Verfasst von: pumuckl1 | Juni 11, 2009

Woche 18 (2009): Praktikum, Teil 2

Inzwischen hatte ich Gelegenheit näher in den offenen Unterricht einzublicken und mich damit zu beschäftigen. Ich habe mir nun Gedanken gemacht zu den Chancen und Gefahren dieser Art von Unterricht. 

Zu den Vorteilen des offenen Unterrichts gehört ganz klar die Individualisierung, was bedeutet, dass jeder Lernende in seinem eigenen Tempo arbeiten kann ohne dass sich starke und schwache Schüler gegenseitig einschränken. So kann jeder entsprechendem seinem Können gefördert werden. Schwach Schüler können sich mehr Zeit für gewisse Inhalte nehmen; starke Schüler haben die Möglichkeit ihr Wissen über den vorgegebenen Standard hinaus zu erweitern. Gerade im Mathematikunterricht erachte ich dies als sehr sinnvoll, da die Leistungen innerhalb einer Klasse oft sehr stark streuen.

Selbstständiges Lernen erfordert die ständige Aufmerksamkeit des Lernenden; es ist nicht möglich, im Unterricht abzuschalten und wegzuhören und Wichtiges dabei zu verpassen. Der offene Unterricht ermöglicht es den Schülern genau dann zu lernen, wenn sie sich fit dafür  fühlen und die notwendige Aufmerksamkeit dafür aufbringen können.

Neben dem fachlichen Wissen fördert der offene Unterricht eine Menge überfachlicher Kompetenzen. Um erfolgreich lernen zu können, müssen die Lernenden folgende Kompetenzen mitbringen bzw. erlernen: 

  •  Lesekompetenz zur Erfassung des fachlichen Inhalts (im Mathematikunterricht ist dies eine sehr spezielle Kompetenz, da sie das Lesen und Verstehen der mathematischen Sprache erfordert wie sie z.B in Sätzen und Definitionen verwendet wird)
  •  Organisationskompetenz zum sinnvollen Zeitmanagement und zur Einteilung des Lernstoffs oder auch zur Beschaffung von Materialien
  •  Selbstdisziplin und Verantwortung zur Einhaltung des zeitlichen und inhaltlichen Rahmens
  •  Kooperationskompetenz zum Arbeiten in Lerngruppen
  •  Kommunikationsfähigkeit, ebenfalls zum Arbeiten in Teams, aber auch um sich Hilfe und Unterstützung zu holen, wenn etwas nicht gut läuft
  •  Methodenkompetenz um die eigene optimale Lernform zu finden

Diese Kompetenzen sind unerlässliche Voraussetzungen für ein späteres Studium und das Berufsleben.

In einem gut organisierten offenen Unterricht besteht auch nicht die Gefahr, dass jemand völlig untergeht und allein gelassen wird, da die Lehrperson regelmässige Sprech- oder Fragestunden anbietet, so dass man diese bei Schwierigkeiten jederzeit aufsuchen kann. Dort lassen sich sowohl fachliche  als auch überfachliche Fragen  klären z.B. zu Lernstrategien oder Selbstorganisation, wenn es damit Probleme gibt. Erfahrungsgemäss erscheinen in solchen Lektionen nicht allzu viele Schüler, so das genügend Zeit fur individuelle Beratung bleibt. 

Eine wesentliche Gefahr des offenen Unterrichts besteht darin, dass tatsächlich einzelne Schüler auf der Strecke bleiben und dies eine Weile unentdeckt bleibt. Durch die freiwillige Präsenz kann es sein, dass man bestimmte Schüler nie zu Gesicht bekommt und erst in der Prüfung merkt, dass sie nicht erfolgreich gelernt haben. Es fehlt so ein wesentlicher Teil der Kommunikation, die sonst täglich im Klassenzimmer stattfindet. Schwierig wird es vor allem dann, wenn ein Schüler die notwendigen Kompetenzen noch nicht erworben hat und sich beispielsweise nicht meldet, wenn er Probleme hat. Selbstverständlich könnte man auch über andere Wege wie z.B Email nachfragen; jedoch ist es auch nicht Sinn der Sache, jedem hinterherzulaufen.

Selbstverständlich bietet der offene Unterricht minimalistisch veranlagten Schülern jede Menge Raum und es ist gut möglich, sich durchzumogeln. Da diese Möglichkeit jedoch in jeder Unterrichtsform gegeben ist, möchte ich dies nicht als besondere Gefahr des offenen Unterrichts aufführen.

Verfasst von: pumuckl1 | Juni 11, 2009

Woche 17 (2009): Praktikum, Teil 1

Ich absolviere mein zweites Erfahrungspraktikum an der Kantonsschule Romanshorn. Dort habe ich die Gelegenheit dem Schulversuch “Offener Unterricht” beizuwohnen und auch zu unterrichten.

Betroffen davon sind Dritt- und Viertkl\”assler. Offener Unterricht ist ein p\”adagogisches Konzept zur Umsetzung individualisierten Lernens. Konkret bedeutet dies, dass die Lernenden sich den Lernstoff komplett selbstst\”andig aneignen und die Anwesenheit im Unterricht freiwillig ist. Die Lehrperson kann jedoch auch nach Bedarf obligatorische Lektionen einplanen.\\
Dieses Konzept erm\”oglicht den Lernenden sich zeitlich und r\”aumlich selbst zu organisieren und auch Kooperationen mit anderen zu schliessen. Ebenso sind sie frei in der Methoden- und Medienwahl sowie der Schwerpunktsetzung. Zu den \”ublichen Formen des offenen Unterrichts geh\”oren Freiarbeit, Projektunterricht, entdeckendes Lernen, forschendes Lernen und selbstbestimmtes Lernen.\begin{center} \includegraphics[width=6cm]{kreislauf.jpg}\end{center}
Ein erfolgreicher offener Unterricht setzt nat\”urlich eine sorgf\”altige Planung durch die Lehrkraft voraus. Dazu geh\”oren die Bereitstellung geeigneten Materials und ein Wochen- oder Monatsplan, der die Lerneinheiten sinnvoll einteilt und den Lernenden einen zeitlichen und inhaltlichen Rahmen vorgibt. Idealerweise ist das Material so gestaltet, dass es sich f\”ur verschiedene Lernformen (siehe oben) eignet. Denkbar sind auch Varianten wie Stationenlernen oder Werkstattlernen.
\subsection{Chancen und Gefahren}
Zu den Vorteilen des offenen Unterrichts geh\”ort ganz klar die Individualisierung, was bedeutet, dass jeder Lernende in seinem eigenen Tempo arbeiten kann ohne dass sich starke und schwache Sch\”uler gegenseitig einschr\”anken. So kann jeder entsprechendem seinem K\”onnen gef\”ordert werden. Schwach Sch\”uler k\”onnen sich mehr Zeit f\”ur gewisse Inhalte nehmen; starke Sch\”uler haben die M\”oglichkeit ihr Wissen \”uber den vorgegebenen Standard hinaus zu erweitern. Gerade im Mathematikunterricht erachte ich dies als sehr sinnvoll, da die Leistungen innerhalb einer Klasse oft sehr stark streuen.\\
Selbstst\”andiges Lernen erfordert die st\”andige Aufmerksamkeit des Lernenden; es ist nicht m\”oglich, im Unterricht abzuschalten und wegzuh\”oren und Wichtiges dabei zu verpassen. Der offene Unterricht erm\”oglicht es den Sch\”ulern genau dann zu lernen, wenn sie sich fit daf\”ur  f\”uhlen und die notwendige Aufmerksamkeit daf\”uf aufbringen k\”onnen.\\
Neben dem fachlichen Wissen f\”ordert der offene Unterricht eine Menge \”uberfachlicher Kompetenzen. Um erfolgreich lernen zu k\”onnen, m\”ussen die Lernenden folgende Kompetenzen mitbringen bzw. erlernen: \begin{itemize}
\item Lesekompetenz zur Erfassung des fachlichen Inhalts (im Mathematikunterricht ist dies eine sehr spezielle Kompetenz, da sie das Lesen und Verstehen der mathematischen Sprache erfordert wie sie z.B in S\”atzen und Definitionen verwendet wird)
\item Organisationskompetenz zum sinnvollen Zeitmanagement und zur Einteilung des Lernstoffs oder auch zur Beschaffung von Materialien
\item Selbstdisziplin und Verantwortung zur Einhaltung des zeitlichen und inhaltlichen Rahmens
\item Kooperationskompetenz zum Arbeiten in Lerngruppen
\item Kommunikationsf\”ahigkeit, ebenfalls zum Arbeiten in Teams, aber auch um sich Hilfe und Unterst\”utzung zu holen, wenn etwas nicht gut l\”auft
\item Methodenkompetenz um die eigene optimale Lernform zu finden
\end{itemize}
Diese Kompetenzen sind unerl\”assliche Voraussetzungen f\”ur ein sp\”ateres Studium und das Berufsleben.\\
In einem gut organisierten offenen Unterricht besteht auch nicht die Gefahr, dass jemand v\”ollig untergeht und allein gelassen wird, da die Lehrperson regelm\”assige Sprech- oder Fragestunden anbietet, so dass man diese bei Schwierigkeiten jederzeit aufsuchen kann. Dort lassen sich sowohl fachliche  als auch \”uberfachliche Fragen  kl\”aren z.B. zu Lernstrategien oder Selbstorganisation, wenn es damit Probleme gibt. Erfahrungsgem\”ass erscheinen in solchen Lektionen nicht allzu viele Sch\”uler, so das gen\”ugend Zeit f\”ur individuelle Beratung bleibt. \medskip\\
Eine wesentliche Gefahr des offenen Unterrichts besteht darin, dass tats\”achlich einzelne Sch\”uler auf der Strecke bleiben und dies eine Weile unentdeckt bleibt. Durch die freiwillige Pr\”asenz kann es sein, dass man bestimmte Sch\”uler nie zu Gesicht bekommt und erst in der Pr\”ufung merkt, dass sie nicht erfolgreich gelernt haben. Es fehlt so ein wesentlicher Teil der Kommunikation, die sonst t\”aglich im Klassenzimmer stattfindet. Schwierig wird es vor allem dann, wenn ein Sch\”uler die notwendigen Kompetenzen noch nicht erworben hat und sich beispielsweise nicht meldet, wenn er Probleme hat. Selbstverst\”andlich k\”onnte man auch \”uber andere Wege wie z.B Email nachfragen; jedoch ist es auch nicht Sinn der Sache, jedem hinterherzulaufen.\\
Selbstverst\”andlich bietet der offene Unterricht minimalistisch veranlagten Sch\”ulern jede Menge Raum und es ist gut m\”oglich, sich \glqq durchzumogeln\grqq. Da diese M\”oglichkeit jedoch in jeder Unterrichtsform gegeben ist, m\”ochte ich dies nicht als besondere Gefahr des offenen Unterrichts auff\”uhren.
\subsection{Umsetzung und Erfahrung im Praktikum}
Im Praktikum konnte ich erste Erfahrungen mit offenem Unterricht sammeln. Dieser wurde wie geplant und druchgef\”uhrt wie in Kapitel 1.1 und 1.2 beschrieben.\\
Die Eindr\”ucke, die ich dabei gewann, waren im Grossen und Ganzen positiv.\\ Leider war die Zeit zu kurz, um noch eine Pr\”ufung mitzubekommen, an der man zumindest teilweise h\”atte sehen k\”onnen, wie erfolgreich das Ganze war. Ich denke, eine insgesamte Erfolgsbeurteilung ist nur \”uber einen grossen Zeitraum m\”oglich, da eine neue Unterrichtsstruktur auch eine gewissen Anlaufphase braucht und eventuell erworbene \”uberfachliche Kompetenzen sich nur schwer messen und beurteilen lassen. Hierbei ist man auch stark auf das Selbstbeurteilungsverm\”ogen der Lernenden angewiesen.\\
Ein wenig schade fand ich, dass ich meist nur sehr wenige Sch\”uler zu Gesicht bekam und in manchen Lektionen gar niemanden, aber das liegt wohl in der Natur der Sache. Dennoch hatte ich Gelegenheit mit einigen \”uber ihre Erfahrungen und Eindr\”ucke des offenen Unterrichts zu sprechen. Alle von ihnen waren sich einig, dass dies eine sehr gute Unterrichtsform sei und sie wussten die freie Zeiteinteilung und das Arbeiten im eigenen Tempo zu sch\”atzen. Da mir oft aufgefallen war, dass die meisten weit hinter dem von der Lehrkraft vorgeschlagenen Zeitplan lagen, stellte ich ihnen die Frage, wie sie es handhabten, dennoch bis zur Pr\”ufung mit dem Stoff durchzukommen und wie sie mit dem damit verbundenen Stress und schlechten Gewissen umgingen. Als Antwort bekam ich, dass das gar nicht so ein grossen Stress darstellte und sie gar nicht so ein schlechtes Gewissen hatten. In diesen Gespr\”achen wurde mir zum ersten Mal bewusst, dass der offene Unterricht von diesem Aspekt aus gesehen eigentlich gar nicht so viel anders ist als Pr\”asenzunterricht. Denn aus meiner Erfahrung weiss ich, dass selbst wenn Sch\”uler im Unterricht anwesend sind, der Lernstoff trotzdem an ihnen vorbeiziehen kann ohne dass sie viel davon mitkriegen, wenn sie es nicht wollen. Sie lernen dann auch einfach alles kompakt kurz vor der Pr\”ufung. Ebenso gibt es diejenigen, die immer bei der Sache und auf dem Laufenden sind. Im offenen Unterricht sind es dann diejenigen, die sich eben zeitgem\”ass an den Plan halten, weil das eben ihrer Arbeitsweise entspricht. Ich denke, Sch\”uler sind im Allgemeinen sehr gut darin, ihre individuelle Arbeitsweise effizient zu nutzen, sei es auch, alles kurz vor der Pr\”ufung zu lernen. \\
Erstaunt hat mich sehr, dass sich die Lernenden in Romanshorn ihrer Selbstverantwortung komplett bewusst waren. Es gab keine Klagen dar\”uber, dass zu viel von ihnen verlangt wurde oder Schuldzuweisungen an den Lehrer. Ihnen war v\”ollig klar, dass wenn sie schlechte Noten geschrieben hatten, es daran lag, dass sie falsch oder zu wenig gelernt hatten. Als Konsequenz strengten sie sich beim n\”achsten Thema wieder mehr an. Dies hat mich sehr beeindruckt und ich denke, dass es genau das braucht um den offenen Unterricht und auch sp\”ater ein Studium erfolgreich zu absolvieren. \\
Einen ebenso positiven Eindruck bekam ich von der Selbstst\”andigkeit beim Erarbeiten neuen Stoffs. Es kam nie vor, dass Sch\”uler kamen und sich aus Bequemlichkeit einfach alles von mir erkl\”aren liessen, sondern sie machten sich wirklich v\”ollig selbstst\”andig an die Arbeit, so dass man teilweise als Lehrperson sogar das Gef\”uhl hatte \”uberfl\”ussig zu sein. Die Fragen, die gestellt wurden, waren alle sehr gezielt und ich konnte sehen, dass sie sich davor wirklich schon mit der Materie auseinandergesetzt hatten.\\ Dies hat mich dazu ermutigt, auch von meinen eigenen Sch\”ulern, von denen ich eine solche Arbeitsweise nur vereinzelt gewohnt bin, etwas mehr Selbstst\”andigkeit und Durchhalteverm\”ogen zu verlangen. Eine Frage, die ich mir \”ofters stelle, ist: Wie kann man jemandem selbstst\”andiges Lernen beibringen? Deshalb interessierte ich mich auch daf\”ur, wie der offene Unterricht in Romanshorn zu Beginn der dritten Klassen eingef\”uhrt wird. Laut Auskunft des Fachlehrers und der Sch\”uler steigt man einfach unvermittelt ein. Das f\”uhrt nat\”urlich dazu, dass einige erstmal ins kalte Wasser geworfen werden und dann schwimmen lernen m\”ussen. Die betroffenen Sch\”uler sahen das aber weniger dramatisch als es klingt. Sie meinten, man lerne recht schnell, eine f\”ur sich passende Strategie zu finden um nach einiger Zeit damit klar zu kommen. Auch darauf basierende schlechte Pr\”ufungen sahen die Sch\”uler als nicht allzu schlimm an, da man sie auch wieder ausgleichen kann.\\
Eine \”ahnliche Situation finde ich bei meinen Kunst- und Sportklassen an der PMS vor. Diese Sch\”uler haben reduzierten Pr\”asenzunterricht und einen grossen Teil Selbststudium,  um mehr Zeit f\”ur ihr Instrument oder ihren Sport zu haben. Dies beginnt bereits in der ersten Klasse, nachdem sie direkt aus dem gewohnten Regelunterricht der Sekundarschule kommen. Ich denke, dies ist nochmal eine besondere Herausforderung, da sie neu an eine Mittelschule kommen und sich sowieso erst einmal zurechtfinden m\”ussen. Auch hier habe ich die Erfahrung gemacht, dass einige mit dieser Situation sehr schnell und gut klarkommen, w\”ahrend andere erst einmal stark \”uberfordert sind. Nach und nach arrangieren sich jedoch die meisten recht gut mit der Situation. Viele von denjenigen, die w\”ahrend der ganzen Schulzeit Probleme mit bestimmten F\”achern haben, h\”atten diese vermutlich auch im Pr\”asenzunterricht. Langfristig unterscheiden sich die Durschnitte der Kunst- und Sportklassen nicht grossartig von denen der Normalklassen, jedoch kann man tats\”achlich gr\”ossere Selbstst\”andigkeit feststellen ohne dass man explizit etwas daf\”ur getan hat, es ihnen beizubringen. Dies ist nat\”urlich ganz im konstruktivistischen Sinne, dass die Sch\”uler dies selbst herausfinden, wie sie am besten arbeiten k\”onnen. Dies ist ohnehin schwer m\”oglich zu lehren, da Lernen doch sehr individuell geschieht. Jedoch denke ich, dass man als Lehrperson m\”oglichst viele Methoden und Strategien kennen sollte um, vor allem Sch\”uler mit Schwierigkeiten kompetent beraten zu k\”onnen.\\
Ich habe daraus gelernt, dass ich wohl nicht mehr so ein schlechtes Gewissen haben muss, wenn ich von meinen Klassen wieder einmal h\”oren muss \glqq Keiner kapiert was! Sie m\”ussen etwas machen und vor allem die Pr\”ufung verschieben!\grqq, sondern ruhig ein wenig mehr Selbstst\”andigkeit von ihnen erwarten kann. \\
Was ich nach meinen Erfahrungen in Romanshorn verbessern w\”urde ist die Bereitstellung von Informationen und Material. Zwar wird das Skript verteilt und der Plan auf das interne Informationssystem im Internet gestellt; jedoch klagten viele Sch\”uler dar\”uber, dass dies sehr un\”ubersichtlich sei, weil zu viele Informationen dort aufeinanderprallten und es dadurch un\”ubersichtlich wurde. Dies f\”uhrte dazu, dass einzelne nie einen Blick auf den Arbeitsplan warfen und entsprechend hintendran waren. Ich denke, eine elektronische Lernplattform w\”are besser, wo wirklich z.B. jedes Fach einen eigenen Ordner hat. Dort k\”onnen s\”amtliche Materialien bereitgestellt werden, so dass die Sch\”uler jederzeit Zugriff darauf haben. Auch Zusatzmaterialien (zus\”atzliche \”Ubungen, Links, weiterf\”uhrende Literatur etc.) k\”onnen dort platziert werden, so dass die Sch\”uler nicht nur auf das Skript beschr\”ankt sind. Denkbar w\”are sogar ein Forum, wo sich die Sch\”uler fachlich austauschen k\”onnen, wenn sie sich nicht in der Schule treffen. Auch kann man die Sch\”uler dort mit aktuellen Informationen versorgen ohne dass diese zwischen anderen untergehen. F\”ur den Arbeitsplan w\”are ein elektronisches Klassenbuch ideal, da auch dies von schnell von \”uberall eingesehen werden kann und \”Anderungen leicht anzubringen sind. Selbstverst\”andlich liegt es dann auch an den Lernenden, diese Informationsquellen entsprechend zu nutzen.\bigskip\\
Aus diesen Erfahrungen nehme ich mit, dass ich Sch\”ulern insgesamt mehr Selbstst\”andigkeit zutrauen kann und auch mehr darauf vertrauen kann, dass es m\”oglich ist, auch schwierigere mathematische Inhalte selbstst\”andig zu erarbeiten. Weiter verbessern m\”ochte ich mich noch bei der Erstellung von l\”angerfristigen Arbeitspl\”anen, da mir das teilweise noch schwer f\”allt so weit im Voraus zu planen bzw. ich das nicht so gern mache.

Betroffen davon sind Dritt- und Viertklässler. Offener Unterricht ist ein pädagogisches Konzept zur Umsetzung individualisierten Lernens. Konkret bedeutet dies, dass die Lernenden sich den Lernstoff komplett selbstständig aneignen und die Anwesenheit im Unterricht freiwillig ist. Die Lehrperson kann jedoch auch nach Bedarf obligatorische Lektionen einplanen.

Dieses Konzept ermöglicht den Lernenden sich zeitlich und räumlich selbst zu organisieren und auch Kooperationen mit anderen zu schliessen. Ebenso sind sie frei in der Methoden- und Medienwahl sowie der Schwerpunktsetzung. Zu den üblichen Formen des offenen Unterrichts gehören Freiarbeit, Projektunterricht, entdeckendes Lernen, forschendes Lernen und selbstbestimmtes Lernen.

Offener Unterricht

 

Ein erfolgreicher offener Unterricht setzt natürlich eine sorgfältige Planung durch die Lehrkraft voraus. Dazu gehören die Bereitstellung geeigneten Materials und ein Wochen- oder Monatsplan, der die Lerneinheiten sinnvoll einteilt und den Lernenden einen zeitlichen und inhaltlichen Rahmen vorgibt. Idealerweise ist das Material so gestaltet, dass es sich für verschiedene Lernformen (siehe oben) eignet. Denkbar sind auch Varianten wie Stationenlernen oder Werkstattlernen.

 

 

 

 


Verfasst von: pumuckl1 | Juni 10, 2009

Woche 13 (2009)

Heute konnte ich leider nicht in der Präsenzveranstaltung anwesend sein. Deshalb informierte ich mich im Klassenblog über die Geschehnisse und entdeckte zu meiner Freude, dass endlich einmal wieder Coaching das Thema war, insbesondere der Aufbau eines Coachinggesprächs. Es wurden noch einmal die verschiedenen Stufen genannt:

  1. Selbsteinordnung des Coachees auf einer Skala
  2. Ziel auf der Skala definieren
  3. bisher Erreichtes nennen
  4. Methode des Erreichten nennen
  5. Methode zur Erreichung zukünftiger Ziele besprechen

Diese Repetition kommt mir sehr gelegen, da ich gerade eine Maturaarbeit betreue, die sich etwa am Ende des ersten Drittels im Arbeitsprozess befindet und ich hier ein Coachinggespräch passend finde. Die Schülerin hat nun schon ein wenig Erfahrung mit dieser Arbeit gemacht und kann schon evaluieren, was bisher gut und weniger gut lief und ich kann mir ein Bild über den Stand der Dinge machen. Gemeinsam können wir dann die Ziele für die nächste Etappe festlegen und versuchen, den Arbeitsprozess zu optimieren. Anhand der zu Beginn festgelegten Ziele kann ich nun schon einige Fragen vorbereiten. Dabei gilt es noch, eine kleine Herausforderung zu meistern, da ich die Schülerin darauf aufmerksam machen muss, dass in ihrer Planung noch eine Unstimmigkeit vorhanden ist. Im Rahmen des Coachings werde ich sie zunächst fragen, was sie sich zu diesem Punkt überlegt hat und hoffe,  dass sie dann dadurch die Unstimmigkeit selbst erkennt. Ich halte es nicht für sinnvoll, sozusagen mit dem Finger auf den Fehler zu zeigen und ihr dann vorzuschreiben, wie es “richtig” geht, zumal es eine von ihr selbst gewählte, individuelle  Arbeit ist.

Im Anschluss werde ich das Gespräch noch nach den Coachingregeln evaluieren um mich selbst als Coach zu verbessern, denn ist das erste Mal, dass ich ein reales Coaching durchführe, das nicht in einer Laborsituation stattfindet. Es ist wichtig, dass ich mich dabei bewähre, da es schliesslich auch um die Maturaarbeit der Schülerin geht und ich als Mentorin ein Stück Verantwortung mittrage.

    Verfasst von: pumuckl1 | Juni 10, 2009

    Woche 11 (2009)

    Melanies Einstimmung griff heute eine sehr menschliche Angewohnheit auf: das Tratschen. Jedoch sollte nur wohlwollend getratscht werden und zwar so, dass sich die Tratschenden positiv dazu äusserten, warum der Zuhörer ein guter Coach ist als eine Art Feedback und Wertschätzung. Da ich selbst gerade einen Leistungsnachweis zum Thema Feedbackmethoden anfertige, interessierte mich diese Methode besonders und ich möchte sie kurz analysieren: Man kann sie je nach Fragestellung als offene oder geschlossene Methode verwenden. Hier ist die Frage zwar einschränkend, jedoch gibt es keine vorgegebenen Antworten, weshalb ich sie den offenen oder zumindest den kombinierten Methoden zuordnen würde. Durch die Vorgabe des wohlwollenden Tratschens werden die Regeln der positiven Formulierung, der Wertschätzung und Unterlassung von Beleidigungen fast automatisch schon eingehalten. Eine weitere Feedbackregel, die besagt, dass der Feedbacknehmer die Rückmeldungen möglichst unkommentiert entgegennehmen und sich nicht rechtfertigen sollte, ist ebenfalls schon integriert, da er nur als Zuhörer dabei ist. Zur Veranschaulichung des Tratschens sassen wir auch so, dass sich die Tratschenden hinter dem Rücken des Zuhörers befanden und er sie nicht sehen konnte. Eine Auswertung dieser Runde ist nicht möglich oder nötig. Der Zuhörer kann für sich persönlich das mitnehmen, was er möchte und ihn weiterbringt. Melanie hatte uns bei der Durchführung angewiesen, dass die Tratschenden immer abwechselnd einen Satz sagen durften. In manchen Situationen musste ich relativ lang überlegen, da die Fragestellung sehr speziell war und einiges auch schon von meinem Gegenüber genannt wurde. Deshalb würde ich mir vielleicht das nächste Mal vorher etwas Zeit nehmen zum Nachdenken und eventuell schon Stichworte notieren.

    Weiter ging es mit Corinas Mini-Input zur konstruktivistischen Didaktik. Hierauf möchte ich an dieser Stelle nicht näher eingehen, da Konstruktivismus schon genügend oft Thema war im Studium, jedoch habe ich vor kurzem noch einen interessanten Podcast zum Thema gefunden und zwar auf dem Podcastportal der TU Kaiserslautern. Es geht unter anderem um systemisch-konstrukitvistische Didaktik nach Arnold, Siebert und Voß.

    Es folgte ein weiter Mini-Input von Christel zum Thema Sozialkompetenzen. Sie ging dabei näher auf diese Schlüsselqualifikationen ein und wir konnten uns erneut Gedanken machen, welches diese sind und wie sie vermittelt werden können.

    Verfasst von: pumuckl1 | März 10, 2009

    Woche 10 (2009)

    Corina stimmte uns heute auf die Veranstaltung ein mit ein paar Denksportaufgaben.

    Weiter ging es mit einer Anknüpfung an Jürgen Hargens “Fragen über Fragen”. Wir mussten zunächst schriftlich mündlich gestellte Fragen beantworten, die auf den Inhalt des Textes Bezug nahmen. Dann wurden die Antworten in Zweiergruppen besprochen und es mussten die dazu gestellten Fragen rekonstruiert werden. Dies ist eine Art, Gelerntes zu überprüfen und dabei auch die Diskussion anzuregen ohne eine Prüfungssituation zu schaffen und ohne nur Auswendiggelerntes abzufragen.

    Im Anschluss wurde eine Übung besprochen, bei der Beobachtungen von Interpretationen und Bewertungen getrennt werden. Die Zuordnungen sind nicht immer eindeutig möglich, da die Äusserungen situationsbedingt verschieden ankommen können und auch der Tonfall sicher eine Rolle spielt.

    Weiter ging es mit dem Thema Reframing in Sprachmustern sowie den sinnvollen Gebrauch von Sprachmustern in Coachinggesprächen. Vermeiden sollte man statische Formulierungen, die einen Zustand beschreiben (“Das ist einfach so”, “Das war schon immer so”) sowie negative Formulierung, da das Unterbewusstsein keine Negationen versteht. Das Vorankommen eines Coachinggesprächs wird durch Verhaltensbeschreibungen (möglichst mit dynamischen, ressourcenorientierten Verben) gefördert und wertschätzende Rückmeldungen.

    Konkret umgesetzt haben wir diese Theorie in einer exemplarischen Übung in Form eines Rollenspiels mit dem folgenden Setting: Zwei Personen (Coach und Coachee) saßen sich gegenüber und führten ein Coachinggespräch, welches immer wieder von Fragen nach den Ausführungen des Coachees, Ressourcenfragen und Fragen nach der weiteren Handlung des Coaches unterbrochen wurde. Das Plenum konnte während der Unterbrechung die Situation, die es miterlebt hat, zu beschreiben und Vorschläge machen, wie der Coach weiterfragen könnte. Leider ging es nicht darum, eine Lösung für das Problem zu finden.
    Die Übung wurde dann noch erweitert: Hinter dem Coach sass eine weitere Person mit der Funktion des “Guten Gewissens”. Diese Person unterbrach den Coach nach jeder Frage und stellte ihm immer die gleichen, nach einem Schema festgelegten Fragen.

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